• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schönes Licht auf Tulpenblüten

08.09.2012

Oldenburg Blumenmalerei ist eine schwierige Aufgabe, weil sie so leicht erscheint. Seit den Stillleben im 17. Jahrhundert hat sie eine lange Tradition. Im letzten Jahrhundert haben noch Max Beckmann oder Franz Radziwill und viele andere zu diesem Thema gearbeitet. Andererseits ist Blumenmalerei der beliebteste Einstiegsstoff für Anfänger.

Sandra Dreyer wahrt Distanz. Sie lässt sich nicht auf eine Annäherung an die großen Künstlerinnen und Künstler des Themas ein. Die Künstlerin verfolgt ihren eigenen Weg.

Form und Ausstrahlung

Das in Fragen des Geschmacks nicht ungefährliche Thema „Blumen“ geht die in Oldenburg geborene Malerin zunächst mit dem Verzicht auf bunte Farben an. Das bedeutet, sie abstrahiert. Sie beschränkt sich in den für die Ausstellung geschaffenen Acrylbildern auf eine Skala zwischen Braun und Weiß. Wo Schatten auftreten, wird das Braun intensiver und dunkel, wo Licht auf die Blüten fällt, können die Blätter sogar in Weiß getaucht sein.

Ein anderes Mittel zurückhaltender Gestaltung ist die Isolation der Blüte. Sandra Dreyer konzentriert sich auf die Darstellung eines Stängels ohne Blätter, einer Blüte mit wenigen, kaum auffälligen Kelchblättern, aber großen, die Komposition bestimmenden Kronblättern. Sie können noch geschlossen das Blüteninnere umhüllen.

In anderen Bildern werden sie leicht geöffnet, und wenn sie ihre größte Ausstrahlung überschritten haben, wird auch das Vergehen in kräftigen Formen gemalt. Es kommt der Künstlerin allein auf die einzelne Blüte an. Nur in zwei Arbeiten tragen kurze Zweige mehrere Magnolien-Blüten. Aber auch diese bleiben gegenüber der Fülle eines erblühten Magnolienbaumes Einzelstücke. Die Vereinzelung ermöglicht, die Blütenformen ausführlich darzustellen. Die steilen frischen Blätter einer der Knospe entschlüpften Blüte reizen mit sanften Biegungen die Künstlerin ebenso zu einem Bild wie die Biegungen und Drehungen reifer Blütenblätter.

Spannungsreich

Die Künstlerin verfolgt die Konturen und Wölbungen der Blätter und malt mit Empfindsamkeit die entstehenden Schattierungen. Sie beherrschen je nach Lichteinfall stärker oder schwächer die braunweiße Farbkomposition. Die sich verändernden Schattierungen werden unter dem Licht bruchlos nachvollzogen.

Gelegentlich wirft die Malerin einen Blick in eine Blume: Die Kronblätter werden wie ein Vorhang leicht geöffnet, und das Auge fällt dann auf die Staub- und Fruchtblätter. In der ungewöhnlichen Größe der Bilder, die ein Mehrfaches die originalen Blüten übersteigt, wirken dann die inneren Formen wie aufgedeckte geheime Körper innerhalb eines großen Raumes. Solche Kompositionen machen deutlich, dass Sandra Dreyer weniger eine biologische Analyse malen will als spannungsreiche Pflanzenformen.

Die Arbeiten von Sandra Dreyer sind bis Ende September in der Oldenburger NWZ -Galerie an der Peterstraße zu sehen.

Weitere Nachrichten:

Braun