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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schönes Stückchen heile Welt

12.01.2015

Oldenburg „Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht“. – Die reiche Erbin Julia de Weert kann ein Lied davon singen. Sie wartet ungeduldig auf das Ende ihrer Vormundschaft durch Onkel Josse und Tante Wimpel. Während sie die Rückkehr ihres Vetters Roderich aus „Dingsda“ herbeisehnt, wollen Josse und Wimpel das Mädchen mit dem Neffen August von Kuhbrot verbandeln – Julias Vermögen soll in der Familie bleiben. Zwei Fremde, die sich jeweils als Roderich de Weert ausgeben, bringen Verwirrung in die Sache.

Im ausverkauften Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters feierte jetzt die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ Premiere, die dem Komponisten Eduard Künneke 1921 zum Durchbruch verhalf. Die Geschichte ist eine Verwechslungskomödie sondergleichen, die in ihrer Harmlosigkeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eben jenes Stückchen heile Welt ausstrahlte, das man sich zu jener Zeit kaum noch vorstellen konnte.

Als ein solches Unterhaltungsstück, das von der Sorge der Zeit ablenken sollte, bringt Regisseur Ralf Budde es auch auf die Bühne, ohne subversive Zeitkritik oder offenes Problematisieren. Er schafft eine stimmige und kurzweilige Inszenierung mit Sinn für die Gestaltung der Charaktere und für Situationskomik, wenn auch hier und da ein wenig überzeichnet.

Viel Charme gewinnt das Stück durch die Besetzung mit dem neunköpfigen Sängerensemble und nur sieben Instrumentalisten des Staatsorchesters unter der Leitung von Thomas Bönisch. Mit seinem Salonorchester bringt er aus dem kleinen Orchestergraben köstlichen Operettenklang ins Kleine Haus, ohne dabei zu sehr zu sentimentalisieren.

Frisch stellt er die Leichtigkeit der Musik Künnekes heraus, lässt in dieser Konstellation mit Tango, Valse boston, One Step und dem Batavia-Fox Erinnerungen an die Tanzkapellen jener Zeit aufkommen.

Lebendiges Operettenflair schaffen damit ebenso die Instrumentalisten wie die Sänger. Mit Valda Wilson und ihrem geschmeidigen Timbre sowie der stimmlichen Bandbreite ist die Rolle der Julia de Weert ausgezeichnet besetzt. Einen wunderbaren Kontrast bietet die Sopranistin Laura Scherwitzl als Hannchen, Julias Freundin. Mit schlanken, leuchtenden Höhen beeindruckt Scherwitzl ebenso wie mit ihrem charmanten Spiel.

Daniela Köhler (Tante Wimpel), Henry Kiichli (Onkel Josse), Marek Wild (Roderich de Weert) und Andreas Lütje (Egon von Wildenhagen) bereiten sängerisch und spielerisch nicht weniger Vergnügen. Als August Kuhbrot ist Dirk Konnerth kurzfristig für den erkrankten Philipp Kapeller eingesprungen. Mit großem Tenor verkörpert er die nicht ganz zu durchschauende Figur, die am Ende den glücklichen Schluss herbeibringt.

„Kindchen, Du musst nicht so schrecklich viel denken! Küss mich, und alles wird gut“ – und tatsächlich: am Ende ist alles gut: Julia lässt sich auf August von Kuhbrot ein, Hannchen bekommt Roderich, Tante Wimpel hat eh schon Onkel Josse und Egon von Wildeshagen soll nach „Dingsda“.

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