Bockhorn - Als Küster und Friedhofswärter hatte Fritz Warnken Kirche, Kapelle, Friedhof und Gemeindehäuser in Bockhorn und Grabstede zu warten – aber am liebsten ging er in den Evangelischen Kindergarten. Und diese Kinder bereiteten ihm jetzt einen sehr herzlichen Abschied aus dem Berufsleben. Am 1. April 1978 hatte Warnken seinen Dienst begonnen, damals noch an der Seite von Jochen Martens.

Trauungen, Konzerte, sonntägliche Gottesdienste: Immer war Fritz Warnken zur Stelle. Dazu die vielen Reparaturen in den Gebäuden der evangelischen Gemeinde, zu tun gab es genug. Nur selten musste er sich vertreten lassen, zum Beispiel von Horst und Anne Groen. Auf dem Friedhof hob er die Gräber aus und half als Sargträger mit. „Aber die schönste Zeit hatte ich, wenn es etwas im Kindergarten zu tun gab.“ Mit den Jungen und Mädchen verstand er sich prächtig: „Wir haben uns gegenseitig auch mal geneckt“, schmunzelt Warnken.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit erinnert sich Fritz Warnken noch an die Zeiten, als er gleich bei zwei Weihnachtsbäumen die echt-natürlichen Kerzen aufstecken musste: „Da stand ich mit der Leiter auf dem Altar. Die ersten frühen Gottesdienstbesucher haben schon merkwürdig geguckt. Das vergisst man nicht so schnell.“

Natürlich hat Fritz Warnken in den 36 Jahren im Dienst viel erlebt, zahlreiche Anekdoten kann er erzählen. Doch die Zeiten haben sich geändert, vor allem auf dem Friedhof: „Früher kamen die älteren Leute mit ihren Enkeln vorbei, um die Gräber zu besuchen. Das gibt es heute kaum noch. Im Gegenteil, viele geben die Gräber schon vor dem Ende der Ruhezeit zurück.“

Jetzt nach dem Abschied aus dem Dienst kann Fritz Warnken endlich einmal die Sonntage auf seine Weise genießen. Gemeinsam mit seiner Frau Margrit besucht er Familie und Freunde. Gemeinsam wollen sie auch einmal zu Trecker-Treffen fahren, mit eigenem Traktor und Bauwagen. Denn das ist sein großes Hobby, die Restaurierung von Oldtimern.

Zusammen mit seinem Sohn Jan-Dirk baut er gerade einen Trecker der Marke Aicher EM 300 aus den 1960er Jahren wieder auf, grundlegend, mit neuem Vorderwagen aus den Niederlanden.