Oldenburg - Mit einem besonderen Symposium erinnert das „Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa“ (BKGE) an einen besonderen Menschen: In einem Workshop am 8. und 9. Oktober geht es um das Leben und Wirken des Oldenburger Lehrers und Historikers Dr. Enno Meyer (1913-1996). „Er war seiner Zeit weit voraus“, meint Historiker Dr. Burkhard Olschowsky (BKGE) mit Blick auf Meyers Engagement für den christlich-jüdischen Dialog einerseits und die deutsch-polnischen Beziehungen andererseits.

Vorträge von Wissenschaftlern, Kollegen und Zeitzeugen sollen Meyers Bedeutung, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus reichte, wieder aufscheinen lassen. Der Oldenburger Kaufmannssohn studierte Germanistik, Geschichte und Geografie in München, Königsberg und Rostock. Laut Olschowsky hatten Meyers Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg sein Interesse an polnischer Geschichte ausgelöst, so dass sich Meyer schon in den 1950er Jahren für die Verbesserung der Beziehung zwischen Bonn und Warschau einsetzte.

Der Pädagoge, der am Herbartgymnasium (damals Hindenburgschule) unterrichtete, war Wegbereiter der seit 1972 bestehenden deutsch-polnischen Schulbuchkommission. In Oldenburg zählte er nicht nur zu den Mitbegründern der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, sondern war auch lange deren Vorsitzender.

Für seine Verdienste wurde Meyer mit dem Bundesverdienstkreuz und der Medaille der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet.

Zum Auftakt des Workshops sprechen am Donnerstag ab 10 Uhr Prof. Matthias Weber (BKGE) und Agnieszka Adamczak-Waschow (Deutsch-polnische Gesellschaft). Den Eröffnungsvortrag „Enno Meyer – Pionier des Dialogs“ hält Prof. Krzysztof Ruchniewicz. Im weiteren Verlauf geht es u.a. um den Ostkunde-Unterricht an Oldenburger Schulen, die Schulbuchgespräche, die deutsch-polnische Schulbuchkommission und Meyers Polen-Sicht. Auch Enno Meyer und die Geschichte der Juden in Oldenburg wird Thema sein. Zu Gast auf dem Symposium ist auch sein Sohn Borchard Meyer-Renschhausen.

Mitveranstalter sind das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität und die Deutsch-Polnische Gesellschaft. Info unter Tel. 96 19 50