Hilkenbrook - Bei den Landfrauen Gehlenberg-Neuvrees-Hilkenbrook fand nach der Sommerpause die erste Veranstaltung im Heimathaus Hilkenbrook statt. Hier setzte sich die Reihe „Weinabend mit Autorenlesung“ erfolgreich fort. Wieder einmal wurde bewiesen, dass es in der Nachbarschaft gute und erfolgreiche Autoren gibt. Thekla Brinker aus Rastdorf, Autorin und Heimatfreundin, die in Anerkennung ihres kulturellen und regionalgeschichtlichen Wirkens das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens – Land Niedersachsen – verliehen bekommen hat, war der Einladung gerne gefolgt.

Vorsitzende Maria Bruns begrüßte die Anwesenden. Brinker fragte zunächst, ob alle Plattdeutsch verstehen könnten, wollte sie doch den Abend über lieber platt sprechen. Und so wurde es eine besonders schöne Lesung. Zwischendurch erzählte die Autorin über sich selbst. 1943 in Lorup geboren habe sie in der Schule schon immer lieber Aufsätze geschrieben als zu rechnen. 1985 hat Brinker mit dem Schreiben begonnen. Sie hat sich um den Erhalt der plattdeutschen Sprache verdient gemacht. Entstanden sind bis jetzt fünf Bücher, vier Theaterstücke, viele Geschichten und Gedichte.

Erinnerungen aus der Kindheit, Nachdenkliches über Reichtum und Armut sowie Situationen aus dem Alltag finden sich in ihren Texten wieder. Lustiges, Trauriges und auch Mahnendes hat sie aufgeschrieben. „Wenn mir etwas einfällt, setze ich mich hin und schreibe es auf. Dann schaue ich es mir später noch einmal an“, sagte die Autorin. Ihr Theaterstück „Kegen dat Vergeeten“ aus 2005 ist ein besonderes Projekt, das sich mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des Zweiten Weltkrieges, der Kriegsgefangenschaft, Flucht und Vertreibung sowie den nachfolgenden Migrationsformen befasst.

Mit ihrer natürlichen Art hat Brinker den Abend zu einem besonderen Erlebnis gemacht.