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Buchvorstellung Geschichten aus „Schaapschietmöhlen“

IDE

SCHORTENS - Wo, um Himmels Willen, liegt „Schaapschietmöhlen“? Keine Landkarte gibt zu dieser Frage Auskunft, selbst das allwissende Internet versagt kläglich, gibt man diesen Begriff ein. Einzig eine Reise in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und in die 1950er Jahre mit Rudi Rabe und Karin Toben in ihrem neuen Buch „Das höchste der Gefühle – ist ein Mädchen aus Heidmühle“ gibt zweifelsfrei Auskunft: „Schaapschietmöhlen“ ist eine uncharmante aber damals übliche Bezeichnung von Heidmühle, für die die Hinterlassenschaften von Schafen Pate stand.

Lebensgefühl eingefangen

Und diese Zeit lassen die beiden Autoren in allen Facetten wieder lebendig werden. Angefangen hat alles, als die Journalistin und Autorin Karin Toben, die die ersten 20 Jahre ihres Lebens in Heidmühle verbrachte, den Nachlass ihrer Mutter durchging und dort Dokumente und Fotos aus der Zeit ihrer Kindheit entdeckte. Das darf nicht einfach vergessen werden, war ihr sofort klar. Zusammen mit Rudi Rabe und mit Unterstützung des Heimatvereins und weiteren Autoren aus Schortens sammelten sie innerhalb von sechs Monaten alles, was sich über diese Zeit und das Lebensgefühl der Menschen damals finden ließ. Nun konnten sie ihr druckfrisches Werk vor 200 Gäs­ten im Bürgerhaus vorstellen.

Herausgekommen ist kein Geschichtsbuch – darauf legen die Autoren Wert – sondern ein Geschichtenbuch. Ein Lesebuch soll es sein über „Jungs und Deerns, Bauern, Kaufleute und Handwerker“ nach dem Motto: „Weißt du noch, wie das damals war?“. Informativ, unterhaltsam und liebevoll witzig erzählen sie Geschichten, die das Leben schrieb.

So steuert Otto Meins die Geschichte eines Mieters bei, der seine Mietschulden bei der Gemeinde partout nicht begleichen wollte mit der Begründung: „Wenn ick Miete betahlen schall, denn kann ick överall wohnen.“

Geradezu ein kleines Denkmal bekommt Emma Hasenkamp, die jahrzehntelang an der Ecke Schulweg und Oldenburger Straße einen Tante-Emma-Laden betrieb. Natürlich werden die Lehrer der damaligen Zeit als Pauker oder Vorbilder gewürdigt, an den Rad- und Kraftfahrerbund „Solidarität“ wird erinnert und auch die Anfänge des HFC werden wieder lebendig.

Typen und Persönlichkeiten

Knorrige Typen, Persönlichkeiten, Bauernhöfe, die es heute nicht mehr gibt, Geschäfte und Geschäftsleute, die den Ort geprägt haben: Sie alle tauchen in dem Buch auf und machen es zu einem bunten Bilderbogen – auch wenn die Fotos in Schwarzweiß sind – einer Zeit des Aufbruchs im damals kleinen „Schaapschietmöhlen“.

Das Buch ist für 18 Euro über den Heimatverein Schortens oder im Buchhandel erhältlich. Weitere Autoren sind Ilse Detjen, Alfred Amman, Horst Janßen, Otto Meins und Georg Schwitters.

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