SCHORTENS - Meine Güte, sind die Jungs sympathisch. Lässig fläzen sich Peter Freudenthaler, Volker Hinkel, Dirk Blümlein und Claus Müller auf den Stühlen, plaudern zwischen ihren Liedern aus ihrer Jugend, aus ihrem Bandleben und von ihrem Haus, das vorher Peter Maffay bewohnt hat und dessen Musik nun in einem ihrer Songs herumspukt.
Wer aber Songs singt, in denen Sätze wie „Perfect day“, „Lazy Monday Morning“ und „Welcome sun“ vorkommen und auch bei „Wild wild days“ noch sitzen bleibt, kann kein böser Rock’n’Roller sein. Fools Garden macht Pop auf Zimmerlautstärke. Sanft und lässig klingt die Band, dezent melancholisch, gern auch mal mit Beatles-Querverweisen. Und wunderschön.
1995 tauchte die Band aus dem Schwabenland mit ihrem fröhlich schunkelnden „Lemon Tree“ in den Hitparaden auf. Ein Lied, dass um die Welt ging und solch ein großer Erfolg wurde, dass alles andere, was die Band zuvor und seither gemacht hat, kaum wahrgenommen und Fools Garden als One-Hit-Wonder abgestempelt wurde.
Ein großer Fehler. Aber vermutlich die Erklärung dafür, weshalb gerade mal 150 Leute ins Schortenser Bürgerhaus kamen, um die Band live und ausgestöpselt zu hören. So wurde ein kleines Wohnzimmerkonzert daraus und entstand zwischen Band und Publikum noch mehr Nähe. Was ihrer Musik durchaus bekommt.
Natürlich durfte auch das weltberühmte Lied vom Limonenbäumchen nicht fehlen. An dem Song hat Fools Garden kunstvoll Veredelungsschnitte vorgenommen. Vielleicht hat die Schwaben der angekündigte Bummel durchs Jeverland am folgenden Tag ja auch an der Brauerei vorbeigeführt. Schließlich sind Limonen nicht nur in schwäbischen Popsongs ein Hit, sondern auch in friesischem Bier.
