SCHORTENS - Es ist knallrot, hat vier Räder, ein kleines gläsernes Kuppeldach und eine weit aufschwingende Flügeltür: Hereinspaziert ins rollende Museum des Vereins „Lebensweisen“.
Der in Schortens ansässige Verein, der sich mit mittlerweile etlichen preisgekrönten Ideen und Aktionen für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen einsetzt, kommt nun mit einer neuen Idee daher: Ein Museum, das seine Besucher mit eigenen Exponaten selbst bestücken können. Acht Monate lang haben Freunde und Mitglieder des Vereins mit ihren behinderten Söhnen auf der Hofstelle in Barkel einen alten Bauwagen wieder hergerichtet und mit Vitrinen ausgestattet.
Am Sonnabend, 29. August, geht das feuerrote Museumsmobil nun erstmals auf Reisen und macht um 15 Uhr Station vor der Sporthalle in Waddewarden, berichtet Initiator Peter Finkenstädt von den Lebensweisen. Angeregt von dem auch für behinderte Menschen veranstalteten Fest „Ein Schloss für alle Sinne“ des Schlossmuseums Jever entstand voriges Jahr die Idee zum Bauwagen-Museum.
Nun ist der Bauwagen ein Schauwagen. Etliche Unterstützer halfen, das Projekt auf die Räder zu stellen, darunter die Volkshochschule Friesland-Wittmund, die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 aus Upjever, die Stadt Schortens, Firmen aus der Region, die Aktion Mensch und der Paritätische.
„Die Idee ist, in dem Museum Dinge auszustellen, die für die Menschen von ganz besonderer Bedeutung sind“, sagt Margret Finkenstädt. „Dinge, die Menschen so sammeln und kleine Schätze, die man hütet.“
Zweimal im Jahr will das Museum in die Dörfer im Jeverland rollen und so Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenbringen.
Neben den behinderten Jugendlichen und der Volkshochschule werden bei der Premiere in Waddewarden die Schaukästen auch vom Kindergarten Waddewarden und Vereinen aus dem Dorf bestückt. „Was dort zu sehen sein wird, ist für alle Beteiligten eine große Überraschung“, sagen Linda Reiners vom TuS Waddewarden und Sabine Brockmann von der Kita Wichtelhuus.
Rund ums Museum gibt es Aktionstheater, Maskenspiele, Fotoaktionen und allerhand Kreativ-Programm und natürlich auch zu Essen und zu Trinken. Hingucker wird auch ein Vorzelt aus dem Morgenland sein, in dem u.a. Bauchtanz aufgeführt wird.
Selbstredend ist das rollende Museum barrierefrei: „Unser Museum können auch Rollstuhlfahrer besuchen“, sagt Peter Finkenstädt.
