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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schriftsteller lieben Badewannen

20.10.2011

OLDENBURG Die Liste ist lang. Und sie lässt sich, nimmt man die Autoren in dieser Wintersaison hinzu, genau addieren: 20 Jahre zu jeweils sechs Autoren macht 120 Schriftsteller. Sie alle kamen in der Lesungsreihe „Literatour Nord“, gastierten zunächst in drei, später in fünf und seit drei Jahren in sechs norddeutschen Städten, bekamen Lesungshonorar und einer von ihnen schließlich jeweils am Ende der Saison den Preis der „Literatour Nord“, mit 15 000 Euro dotiert. Für Autoren bis heute, meint die Literaturwissenschaftlerin Sabine Doering (50), „eine attraktive Sache“.

Mehrere Städte in einer Lese-Tour miteinander zu verbinden war 1992 neu. „Und bis heute existiert keine Literatour Süd“, schmunzelt Sabine Doering, die die Veranstaltung für den Standort Oldenburg koordiniert, moderiert und auch in der Jury sitzt. Hauptberuflich ist sie Germanistin an der Uni Oldenburg und seit 2006 für die Veranstaltung zuständig. Vorgänger im Amt waren der Literatour-Nord-Mitbegründer Dirk Grathoff und Manfred Dierks – wie Doering Professoren der Uni Oldenburg

Das Ziel war von Anfang an, nicht nur das Bildungsbürgertum an die Gegenwartsliteratur heranzuführen. „Die Studierenden können“, freut sich Sabine Doering, „hier einmal echten Autoren begegnen.“ Raus aus dem Elfenbeinturm? Tatsächlich führt ein parallel zu den Lesungen laufendes Uni-Seminar zum regen Besuch von Studenten in den Veranstaltungen – heute keineswegs selbstverständlich. Man habe aber letztlich, erzählt Doering, ein Publikum aus der gesamten Region, ein neugieriges, sehr gemischtes Auditorium.

Das wurde selten enttäuscht. Daniel Kehlmann kam als fast unbekannter Autor. Bodo Kirchhoff las 1993 aus dem „Sandmann“. Wolfgang Hilbig 1994 aus „Ich“. Der Oldenburger Klaus Modick kam gleich zweimal (1994/95 und 2002/03), ging aber beide Male preislich leer aus. Robert Gernhardt trug 1996 „Lichte Gedichte“ vor – und gewann den Wettbewerb, wie auch Christoph Hein 1997/98 mit „Von allem Anfang an“.

Alle kamen, lasen, erfreuten. Nur Uwe Tellkamp zog es 2008/2009 vor, seine Lesung, die eigens wegen des großen Andrangs ins Staatstheater Oldenburg verlegt worden war, erst 24 Stunden vorher ohne tiefere Gründe abzusagen. Dass sich ein Autor tatsächlich versehentlich nach Oldenburg in Holstein begab, dass eine Berliner Autorin als Voraussetzung einer Lesung sehr entschieden ein Hotelzimmer für Raucher mit Badewanne forderte, erzählt Doering am Rande. Und leider ohne Namen zu nennen.

Spezial: Weitere Berichte zur Literatur im Nordwesten In der ersten Runde der Lesungen war übrigens auch Herta Müller dabei. Sie bekam 2009 den Literaturnobelpreis, aber in der Saison 1992/93 nicht den Preis der „Literatour Nord“. Ausgezeichnet wurde damals Bernd Eilert für „Windige Passagen“.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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