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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schriller Raketenmann wird 70

18.03.2017

London Noch immer kann er glaubhaft seinen Comeback-Hit „I’m Still Standing“ aus dem Jahr 1983 anstimmen. Elton John hat die Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts ausgelotet. Vor allem in den 1970er Jahren erntete er höchsten Ruhm für seine perfekt arrangierten Melodien. Zugleich war der extrovertierte Popkönig auch das Ziel von Häme – nicht nur wegen seiner massenkompatiblen Songs und ausgeflippten Bühnenpräsenz, sondern auch nach seinem Coming-out als Homosexueller. Am 25. März wird der Brite 70 Jahre alt.

Mit Federboa

Mit mehr als 570 Millionen verkauften Alben gehört der Pianist, Komponist und Sänger aus dem Londoner Vorort Pinner zu den erfolgreichsten und reichsten Popmusikern überhaupt. Sein Vermögen wird auf fast eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Der Song „Candle In The Wind“ („Goodbye England’s Rose“) – umgetextet anlässlich des Todes der britischen Prinzessin Diana im Jahr 1997 – ist bis heute die meistverkaufte Single aller Zeiten. Für seine Musik und sein karitatives Engagement vor allem im Kampf gegen Aids wurde er vielfach geehrt, die Queen schlug ihn zum Ritter.

Berühmt ist der Mann mit Eigenhaar-Transplantat, der als Reginald Kenneth Dwight geboren wurde, für seine chamäleonhaften Verwandlungen. „Das Gute am Rock’n’Roll ist, dass jemand wie ich ein Star sein kann“, sagte Elton John einmal in einem Interview. Mit harter Arbeit und großem Ehrgeiz erarbeitete sich der klassisch ausgebildete Musiker seine Karriere. Bevorzugt mit Federboa, Glitzerkostümen, monströsen Brillen und Plateauschuhen erschien er in seinen glanzvollen 70er Jahren auf der Bühne.

Als Kind wurde Elton John oft gehänselt und war einsam, wie er selbst berichtete – in seiner Musik konnte er sich ausleben. 1964 begann er als Hotelpianist, spielte danach in der Londoner Band „Bluesology“. Zum Solokünstler wurde Elton John erst, nachdem er 1967 den Texter Bernie Taupin kennengelernt hatte. Mit „Your Song“ (1970) landete das Erfolgsduo seinen ersten Nummer-Eins-Hit.

Partner geheiratet

In einem kreativen Rausch schuf das Duo John/Taupin großartige, orchestrale Songs, die oft hart an der Grenze zum Schwulst waren: „Daniel“, „Goodbye Yellow Brick Road“, „Tiny Dancer“, „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ und „Rocket Man“. Die Ballade eines Astronauten, der sich im Weltall nach seiner Familie sehnt, brachte Elton John den Beinamen „Raketenmann“ ein.

Als Punk und Disco aufkamen, schien Mitte der 70er Jahre seine große Zeit vorüber. Elton John nahm eine mehrjährige Auszeit, widmete sich seiner Liebe zu Tennis und Fußball. Als erster westlicher Popstar gab Elton John 1979 Konzerte in der Sowjetunion. Mit weiteren Songs wie „Little Jeannie“, „That’s Why They Call It The Blues“, „Blue Eyes“, „Sad Songs“ und „Nikita“ konnte er in den 80ern wieder einige Hits landen.

In den 90er Jahren bekannte sich Elton John offen zu seiner Homosexualität. 2014 gab er seinem langjährigen Partner David Furnish das Jawort, nachdem Großbritannien die Homo-Ehe erlaubt hatte. Das Paar hat zwei Söhne von einer Leihmutter.