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Zinzendorfschule Schüler drehen die Uhren 350 Jahre zurück

Klaus Turmann

Tossens - Darstellendes Spiel statt Sport: Diese Alternative genossen jetzt einige Schüler der achten Gymnasialklassen der Zinzendorfschule. Dabei befassten sie sich mit dem berühmten französischen Dramatiker Moliére (1622 bis 1673).

Komposition von 1643

Die Ergebnisse stellten die Schüler jetzt in der Aula vor. Gleich zwei Stücke waren in zehnmonatiger Arbeit mit Connie und Bo Howell entstanden. Barocke Klänge vom historischen Cembalo aus dem 18. Jahrhundert empfingen die Besucher. Gaby Menzel von der Musikschule „Haus der Musik“ in Schweiburg spielte eine Komposition von 1643, also aus dem Jahr, in dem Molière sich seinen Künstlernamen gab.

Im ersten Stück spielte die Klasse 8a1 das Leben des großen Künstlers in Szenen nach. In 55 Minuten sahen die Zuschauer zunächst die Farce „Die schöne Prinzessin und der Prinz ihrer Träume“, gespielt von Molières Schauspielertruppe, bevor seine Amme und lebenslange Begleiterin rückblickend als Erzählerin die gespielten Szenen verband.

So erfuhren die Zuschauer von Molières Kindheit im Hause des strengen Großvaters, vom frühen Tod der Mutter und dem Leben als potenzieller Erbe einer Tapezierer-Dynastie. Als der junge Molière aufbegehrt, darf er zunächst Jura studieren, bricht das Studium aber ab und nimmt Reißaus von zu Hause.

Er gründet bald mit Madeleine Béjart und einigen Anderen eine herumziehende Schauspielertruppe, das „Illustre Theater“. Erfolgreiche Tourneen, Liebeshändel und Amouren innerhalb der Truppe, die Suche nach einem Patron sind weitere Schritte. Molières Erfolg führt in bis an der königlichen Hof, doch seine Kritik am Adel und sein Spott über die Kirchenfürsten, vor allem in „Tartuffe“, machen ihn zunehmend unpopulär.

Der eingebildete Kranke

Mit „Der eingebildete Kranke“ scheint er wieder auf die Erfolgsspur zu gelangen, stirbt aber in Folge eines Schwächeanfalls während der Premiere am 14. Februar 1673.

Dieses textlastige Ganze führte die 8a1 in tollen Kostümen und einem von Richard Howell gestalteten Bühnenbild souverän auf und nahm dankbar den Applaus der zahlreichen Zuschauer entgegen.

Nach einer Pause übernahm die 8a2, die Teile von „Der eingebildete Kranke“ als Stück im Stück aufführte. Sie spielten nämlich eine Schulklasse, die, angeleitet von zwei Lehrern, Szenen auf die Bühnen zu bringen hatte. Mehrere „Schüler“ verkörperten gleichzeitig zentrale Figuren der Komödie, vor allem einer der Lehrer bemühte sich hingebungsvoll, sie mit Notendruck und Drohungen zu guten Leistungen zu bewegen.

Wurde zunächst eine Szene eher konventionell von zwei Besetzungen gespielt, also gedoppelt, riefen die „Theaterpädagogen“ danach gleichzeitig mehrere „gleiche“ Figuren auf die Bühne, so dass einzelne Textpassagen von Chören gleichzeitig spielender Akteure vorgetragen wurden. Das war ebenso beeindruckend wie komisch.

Die nicht spielenden „Schüler“ warfen währenddessen Papierflieger auf die Bühne oder kühlten anderweitig ihr Mütchen.

Anschließend wurde eine Szene für zwei Figuren in wechselnden Phasen von zwei Spielerpaaren präsentiert. Danach gab es eine Szene, in der der Notar ganz offensichtlich seinen Text ablesen musste – was er auch noch gekonnt „schlecht“ tat und womit er seine Lehrer zur Weißglut trieb.

Mit der Verabredung zur nächsten Probe, für die jeder seinen Text lernen solle, endete das originelle Stückchen Theater, innerhalb dessen die Achtklässler sinnvoll so einiges an Theatersport absolviert hatten.

Großer Applaus dankte beiden Gruppen.

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