Bad Zwischenahn - Ein Buch lag von Ende April bis Juni diesen Jahres bei allen Sechstklässlern der Realschule auf dem Nachttisch: das Jugendbuch „1000 Gründe sich nicht zu verlieben“ von Hortense Ullrich. Im Deutschunterricht war das Buch das Hauptthema, in einem Lesetagebuch – die schönsten wurden in der „Bibliothek am Meer“ ausgestellt – wurde es gründlich bearbeitet. Das Leseprojekt stand unter dem Oberthema „Freundschaft und Liebe“, das in Zusammenarbeit mit dem Fach Biologie (Aufklärung) behandelt wurde.

Und jetzt standen die Schüler der Autorin Hortense Ullrich in der Gemeindebücherei persönlich gegenüber. Sie stand Rede und Antwort zu ihrer Arbeit als Schriftstellerin. So erfuhren die Schüler unter anderem, dass viele ihrer bereits 60 erschienen Jugendbüchern in 30 Sprachen übersetzt wurden und nicht nur das deutsche Lesepublikum begeistern: „Freundschaft und Liebe ist ein weltweites Lesethema unter den Jugendlichen“, verriet die Autorin.

„1000 Gründe sich nicht zu verlieben“ handelt von einem Zwillingspaar – Junge und Mädchen – aus deren wechselnder Sichtweise die jeweiligen Kapitel geschrieben sind. Neben Freundschaft und dem ersten Verliebtsein wird auch das traditionelle Rollenverständnis von Mann und Frau thematisiert: die Eltern der Zwillinge tauschen im Verlaufe des Buches die Rollen.

Vorgelesen hat Hortense Ullrich den Sechstklässlern aus ihrem neuen Buch „How to be really bad!“. In ihm soll die pubertierende Tochter des Teufels zwecks besserer Erziehung einige Zeit in einer Menschen-Gastfamilie leben – so will es ihr erziehungsmüder Vater, der Teufel. Lilliths chaotische Teenager-Allüren sind allzu menschlich: Chaos im Zimmer bis hin zu Essensresten, die sich schon pelzig auf Tellern ausbreiten.

Und auch hier steht das Thema Liebe wieder im Vordergrund: Lillith kennt als Tochter des Teufels dieses Gefühl nicht, es ist ihr verboten. Und so wehrt sie sich innerlich, als sie in ihrer Gastschule einen Jungen merkwürdig anziehend findet. Amüsante Verwicklungen nehmen ihren Lauf, und ganz nebenbei wird den Schülern deutlich, dass ein wesentliches Merkmal des Menschseins die Fähigkeit zu lieben ist.

Am Ende ging die Lesung viel zu schnell vorbei, und die Schüler wurden – neugierig, wie die Geschichte wohl weitergeht – wieder ins reale Leben entlassen. Bleibt für die Lehrer zu hoffen, dass diese Neugier zum Weiterlesen des Buches führt.