„Wir nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise von den 60ern bis in die 80er Jahre“, sagt Niklas Stade, Schlagzeuger der Band, und Abiturient Joachim Wilharm, der seit Jahren für die Soundtechnik der Arbeitsgemeinschaft zuständig ist, fügt hinzu: „Es geht um die Zeit, als Jugendliche dauernd das Wort ‚astrein' benutzten, wenn sie etwas ziemlich gut fanden. ‚Geil' hat man damals wohl höchstens hinter vorgehaltener Hand gesagt, wenn etwas ziemlich sexy war... .“
Von Lust und Liebe handeln auch die Geschichten des Bochumer Kabarettisten Frank Goosen, die den inhaltlichen „roten Faden“ der Aufführung bilden werden. Goosen, Autor des mittlerweile verfilmten Romans „Liegen lernen“, beschreibt darin auf äußerst humorvolle Weise seine Kindheit und Jugend in der „orangenen“ Zeit der 70er und der „neonfarbenen“ Zeit der 80er; er erzählt von den Nöten und Qualen der ersten Annäherungsversuche zwischen Jungen und Mädchen, von seinen Erlebnissen mit den Schulkumpels Mücke, Spüli und Pommes auf Klassenfahrten sowie von Liebesleid und Wohnungsnot während der ersten Studiensemester. Die Texte werden vorgetragen von Jonas Strickling, der im Vorjahr als Professor Higgins in der „Pygmalion“-Aufführung des CAG zu sehen war.
Aber was wäre eine solche Zeitreise ohne die Musik jener Jahre? Abiturientin Claudia Lamping: „Wir haben 14 Songs ausgewählt, die gut zu den Geschichten von Frank Goosen passen. Seit Anfang des Jahres sind wir wöchentlich dabei, die Stücke einzuproben. Das war nicht immer einfach, alles zeitlich mit dem Abitur unter einen Hut zu bekommen!“
Erstmals wurde die Musik im Januar auf einem Seminar in Endel ausprobiert. Die Leiterin des Klosters war schon damals von den rockigen Klängen begeistert: „Das war ja auch meine Jugendzeit!“ erzählte sie den verwunderten Schülern. Die grandiose, manchmal – aus heutiger Sicht – aber durchaus auch komische Musik reicht von den Schlagern einer gewissen Siw Malmkvist („Liebeskummer lohnt sich nicht“) bis hin zu den Rockkrachern eines Ozzy Osbourne und seiner Band Black Sabbath („Paranoid“).
„Die Schüler mussten die Arrangements eigenständig heraushören und umsetzen; denn Schlager oder Rockstücke werden ja üblicherweise nicht auf Notenpapier komponiert“, erklärt der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Jens Scholz. „Dieser Vorgang ist häufig nicht so leicht, wie die Stücke am Ende klingen sollen!“
Am kommenden Freitag werden sich die Zuschauer davon überzeugen können, ob das „Experiment“ gelungen ist. Das zeitliche Ambiente wird neben der Musik und Goosens Geschichten auch durch eine Dia-Show sowie Objekte aus dem Kunstunterricht (Rockgitarren) in die CAG-Aula gezaubert werden. Eine zweite Vorstellung gibt am Dienstag, 24. Mai, um 19.30 Uhr. Tickets für beide Aufführungen sind an der Abendkasse sowie im Vorverkauf im CAG-Büro für 2,50 Euro erhältlich – wichtig für alle, die einen der begehrten Tischplätze an der Bühne (mit Getränkeservice) reservieren möchten.
