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Traktor-Treffen In Schweewarden Tucker, tucker, tucker

Ulrike Krebs

Schweewarden - Albert Mumme brachte es auf den Punkt. „Das ist hier immer wie eine Reise in meine Kindheit. Jeder Trecker hat seine eigene Seele und seinen eigenen Klang“, sagte er. Aufgewachsen ist der Nordenhamer auf einem Hof in Berne. Die ersten Traktoren, die er fuhr, waren ein 15er Deutz und ein Güldner 30. Vielen der Oldtimer-Freunde, die zu dem zweieinhalbtägigen Rostheuler-Treffen nach Schweewarden gekommen waren, geht es ähnlich. Die meisten der rund 150 Oldtimer-Besitzer kommen aus der Wesermarsch, Friesland oder dem Raum Cuxhaven.

Aber es gibt auch solche, die trotz der beschwerlichen Anfahrt gerne weite Wegstrecken in Kauf nehmen, um mit Vorführungen zur Heubearbeitung, viel Klönschnack und Fachsimpelei dabei zu sein. So Bernd Zimmermann aus dem knapp 300 Kilometer entfernten Solingen bei Wuppertal. Er nimmt regelmäßig an dem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen teil –it seinem Allgaier-Porsche-Traktor A 111 aus den 1960er Jahren.

Umzug nach Atens

Die Anreise von Willi Zegers aus dem Bergischen Land in der Nähe von Köln ist etwa genauso weit. Der Wipperfürther besucht hier seinen Bruder, der vor kurzem nach Atens gezogen ist. Die beiden sind auf einem Bauernhof in der Nähe der holländischen Grenze am Niederrhein und ebenfalls mit einem Deutz-Traktor groß geworden.

Die Leidenschaft für Oldtimer ist kein preiswertes Hobby. Aber es ist eines, das viele fasziniert. Fast alle haben irgendwie mit der Landwirtschaft zu tun, weiß Sven Lippa, Vereinsvorsitzender der Rostheuler. „Die Städter, die sich erst im Erwachsenenalter diesen Wunsch erfüllen und sich uns dann angeschlossen haben, sind spätestens nach zwei Jahren wieder abgesprungen“, erklärt er. „Und es ist eine reine Männerdomäne“, schiebt der Vater zweier Töchter lachend nach.

Ob das allerdings immer so bleiben wird, ist fraglich. Denn Hannah-Sofie Lippa (15) und ihre Schwester Amelie (13), die sich gleichermaßen für den Pferdesport interessieren, haben bereits mit ihrem Vater den ersten Traktor zerlegt und wieder zusammengebaut.

„Wenn ich dazu komme, heißt es gleich, wir machen das schon“, ergänzt Ehefrau und Mutter Dörte Backhus schmunzelnd. Auch sie ist seit Jahren Mitglied in dem 1996 gegründeten Verein und organisiert wie viele der Ehefrauen der Oldtimerfans die Traktorentreffen in Nordenham mit.

Die meisten Aussteller in Schweewarden kennen sich seit Jahren. Mitunter wechselt auch das eine oder andere historische Kraftpaket hier seinen Besitzer. Denn viele haben dank ihres langjährigen Hobbys mittlerweile ein Platzproblem. Sie wissen nicht mehr, wo sie die Neuanschaffungen ihres liebevoll gepflegten Fuhrparks noch unterstellen sollen.

Infolge der modernen Technik können heutzutage nachgemachte Ersatzteile problemlos über das Internet bezogen werden. In Polen kann man den kompletten Nachbau eines 12er Lanz aus dem Jahr 1921 erwerben.

Stilloser Nachbau

Aber das ist natürlich stillos, weiß auch Manfred Brinschwitz, quasi ein Urgestein der Oldtimerszene im Norden. „Das hat überhaupt keine Kultur und Geschichte“, erklärte er kopfschüttelnd. Sein 80 Jahre alter Lanz-Bulldog, der sich sogar für die Moorkultivierung eignet, war im Krieg versteckt und danach vergessen worden, bis er schließlich freigelegt und in mühevoller Arbeit neues Leben eingehaucht wurde.

Die meisten der am Wochenende ausgestellten Traktoren und landwirtschaftlichen Geräte sind allerdings jüngeren Datums. Sie stammen überwiegend aus den 1950er, 60er und 70er Jahren.

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