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Restaurierung Klarer und romantischer Klang begeistert

Beatrix Schulte

SCHWEI - Fast ein Jahr war sie stumm, nun ertönt sie wieder wie bei ihrer Errichtung im Jahre 1861: Die Schmid-Orgel in der Schweier St.-Secundus-Kirche ist am Sonntag feierlich bei einem Gottesdienstes eingeweiht worden. Als Kreiskantor Johannes Kirchberg die ersten Töne anstimmte, lauschten die vielen Gäste in der kleinen Kirche dem klaren und romantischen Klang mit Begeisterung.

Möglich wurde die einjährige Restaurierung durch viele Spenden aus der Bevölkerung, die in den vor 20 Jahren gegründeten Orgelfonds eingingen (77 000 Euro), sowie durch Gelder des Oberkirchenrates in Oldenburg (9500 Euro) und EU-Fördermittel (47 000 Euro).

An der musikalischen Begleitung des Gottesdienstes wirkten die Schweier Trommelgruppe mit Pfarrerin Heike Jakubeit und der Nikolai-Bläserchor aus Oldenburg unter der Leitung von Joni Prochnow mit.

Musik im Evangelium

Aufgrund des besonderen Anlasses war der Oldenburger Landesbischof Jan Janssen nach Schwei gekommen. Und weil der Trinitatissonntag der Partnerschaftssonntag der Norddeutschen Mission ist, nahm auch sein Pendant aus Togo, Emmanuel Awanyoh, an dem Gottesdienst teil. Emmanuel Awanyoh ging in seiner Predigt auf die Bedeutung der Musik im Evangelium ein und gab Beispiele für deren Erwähnung. Die Musik habe immer einen guten und wichtigen Platz in der Schöpfungsgeschichte gehabt, sagte er. „Für die Musik braucht man die Natur, die Tiere, die Bäume, die Menschen“, betonte er. Die Musik sei eine wunderschöne Kunst und sie durchdringe den Menschen tiefer als jedes andere Gefühl. Für Emmanuel Awanyoh ist die Musik eine mysteriöse Wirklichkeit, die alleine Gott verstehen könne: „Mit anderen Worten: Die Musik ist göttlichen Wesens.“ Die Schweier Pfarrerin Heike Jakubeit, die auch Präsidentin der Norddeutschen Mission ist, hatte die auf Französisch gehaltene Predigt übersetzt.

In seinem Grußwort ging Bischof Jan Janssen auf die Predigt ein und wies auf die renovierte Orgel hin, in der die Windladen aus Lederlappen und das Gehäuse aus Holz gefertigt seien. „Die Trommeln und die Orgel sind verwandt“, sagte der Bischof. Er verglich den Glauben mit einem Senfkorn, welches auch in Schwei auf fruchtbaren Boden falle, wachse und sich weiter verzweige. Die Zweige reichten sogar bis nach Togo und Ghana und gäben dort den Menschen eine Chance, zu wachsen und ihre Zukunft zu gestalten.

Pfarrerin Heike Jakubeit bedankte sich bei allen Spendern, Helfern und bei dem Kirchbauverein für ihr Engagement. Die Orgelbauerin Ingrid Noack gab einen Einblick in die Restaurierungsarbeiten, die nicht ganz einfach waren, da bei der vorigen Generalüberholung im Jahr 1965 einige Register weggefallen waren. „Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, aber es ist eine Liebe geworden“, sagte sie. Ingrid Noack lobte die große Gastfreundschaft der Schweier Gemeindeglieder, die die Orgelbauer und alle anderen Handwerker vorbildlich unterstützt hätten. Als Dankeschön überreichte sie Heike Jakubeit eine kleine hölzerne Pfeife.

Geschenk für die Region

Grußworte gab es nach dem Gottesdienst auch von der stellvertretenden Landrätin Heidi Brunßen, die von einem Geschenk für die ganze Region sprach. Stadlands Vize-Bürgermeister Helge Thoelen und der Vorsitzende des Kirchbauvereines Schwei, Dr. Cord Diekmann, bedankten sich ebenfalls. Cord Diekmann würdigte ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers Dr. Hinderk Bruns, der maßgeblich die Restaurierung vorangetrieben habe.

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