SCHWEIBURG - „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was die Seele berührt“, fasste Pfarrerin Heike Jakubeit die Bedeutung zusammen, die Wirken und Werk von Waltrud Wiemer aus Rönnelmoor für das Wohlbefinden ihrer Mitmenschen hatte. Ihr zu Ehren hatten Kirchenmitglieder und Freunde der Familie in der Schweiburger Kirche den Waltrud-Wiemer-Gedächtnisabend organisiert.

Waltrud Wiemer, die im vergangenen Herbst nach schwerer Krankheit verstorben war, hatte sich stark im Seniorenkreis, im Frauenkreis und im Kirchenchor engagiert. Darüber hinaus war ihr der Erhalt der Plattdeutschen Sprache ein besonderes Anliegen. Als Mitglied im Rüstringer Schrieverkring verfasste Wiemer Kurzgeschichten „up platt“.

Mit Reinhard Meyer, Mitglied im Kirchenrat und einer ihrer literarischen Weggefährten, war die Autorin in den letzten zwei Jahren oft auf Lesereise unterwegs. Als Vertreter des Schrieverkrings lasen er und Erika Braasch aus Varel sowie Linde Wessels und Trudel Blohm aus Rönnelmoor als langjährige Vertraute von Waltrud Wiemer am Gedächtnisabend sieben ihrer Kurzgeschichten vor. Die „Döntjes“ spielen im Ammerland, in Friesland und natürlich in der Wesermarsch. Sie beschreiben die kleinen Kuriositäten, Ärgernisse und Überraschungen des Alltagslebens auf heitere und herzerfrischende Weise. Und das wichtigste: Alle sind wahr. Das weiß niemand besser als Günter Wiemer. Für ihn als Witwer bot der Abend die Gelegenheit, mit den vielen Freunden der Familie eine Rückschau auf das Werk seiner verstorbenen Frau zu halten, um sie gemeinsam positiv im Gedächtnis zu bewahren.

Musikalisch begleitet wurde der Waltrud-Wiemer-Gedächtnisabend von Dr. Ernst-Berthold Ahlhorn, Varel, und Gaby Menzel, Leiterin des Hauses der Musik Schweiburg. Sie gaben im Duett Instrumentalstücke für Flöte und Klavier zum Besten, darunter auch zwei Stücke, die für plattdeutsche Liedtexte komponiert sind.