Ahlhorn - Diese Chronik zu schreiben, war kein einfaches Unterfangen. Da sind sich Bernd Book und Ludwig Kock von der katholischen Gemeinde St. Peter im Ortsteil Ahlhorn mit Gemeindearchivar Dirk Faß einig. „Denn die Quellenlage war wirklich schlecht“, so Book. Das ganze Material aus dem Pfarrheim war nach dem Wegzug des letzten Pfarrers an das Offizialat Vechta gegangen, von dort aus weiter zu einer zentralen Lagerstätte im Ammerland. Und hier war an die 51 Kartons voller Unterlagen aus 50 Jahren Herz-Jesu-Kirche zunächst nur schwerlich heranzukommen, ergänzt Dirk Faß.

Letztlich ist es aber doch gelungen und mit beachtlichem Schlussspurt in den vergangenen Wochen ist doch noch eine ausführliche Chronik mit vielen Details fertig geworden. Dazu sind die unzähligen Fotoalben, insbesondere aus den ersten Jahrzehnten, und Bilder gesichtet worden und, soweit nötig, digitalisiert worden.

Eine der wichtigsten Quellen dabei für Faß: die zwölf Ordner mit den Pfarrblättern. Hier fand er die vielen Ereignisse, die das Gemeindeleben seit 1965 geprägt haben. Was ihn besonders fasziniert hat: das Engagement der Ahlhorner Katholiken und der Zusammenhalt vor Ort. „Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die das alles aufgebaut haben“, sagte Faß mit Blick auf die Kirche, den Kindergarten, das heutige Pfarrheim. „Was die geschuftet haben“, staunte Faß immer wieder.

Der Weg zu dem heutigen Gotteshaus war ein durchaus beschwerlicher. Längst war die Kirchenbaracke Anfang der sechziger Jahre viel zu klein für die Gottesdienste geworden. Zunächst hatten die Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg für das weitere Wachstum der katholischen Gemeinde in Ahlhorn gesorgt. Später kamen weitere Katholiken durch die Soldaten auf dem Fliegerhorst in Ahlhorn und brachten oft ihre Familien mit.

Folglich setzten die Ahlhorner große Hoffnungen auf den Bund, dass er sich an der Finanzierung des neuen Gotteshauses beteiligen würde. Nach einem Hin und Her kam am 2. Dezember 1963 die entscheidende Nachricht: „Das Pfarrrektorat Ahlhorn erhält den Bewilligungsbescheid der zugesagten Mittel von 351 151  DM von der Wehrbereichsverwaltung.“ Nur einen Monat später erteilte das Offizialat in Vechta die kirchliche Genehmigung zum Bau der Kirche.

Dann ging es relativ zügig weiter: Offizial Heinrich Grafenhorst legte am 29. April 1964 den Grundstein der Herz-Jesu-Kirche. Am 7. März 1965 feierte die Gemeinde dann „sehr zahlreich“ die Einweihung an einem Sonntagnachmittag. Nach vielen Problemen hingen auch die Glocken endlich im Kirchturm. Es war geschafft, die Herz-Jesu-Kirche war fertig.

Ulrich Suttka
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