Bremen - Nachdem sich das Publikum 2012 im Theater am Goetheplatz bei „Robin Hood“ mit der Umverteilung von Reichtum befasste, handelt das diesjährige Bremer Weihnachtsmärchen vom Tod. Astrid Lindgrens einst umstrittenes Buch „Die Brüder Löwenherz“ erzählt von zwei Brüdern, Karl, „Krümel“ genannt, und Jonathan. Jonathan, stark, klug und mutig, ist gestorben, sein kleiner Bruder, der ihn vergöttert hat, vermisst ihn sehr. Weil sie bei Astrid Lindgren nach zahlreichen Abenteuern in einer märchenhaften Traumwelt gemeinsam in den Tod springen, wo ein weiteres Märchenland wartet, warf man der Autorin vor, sie verharmlose den Tod.

Regisseur Frank Abt wählt für seine Inszenierung des Stoffs ein anderes Ende. Nachdem dem trauernden Karl eines Nachts sein toter Bruder erschienen ist und ihn in ein Land jenseits der Sterne geführt hat, wo sich alle Wünsche erfüllen, überwindet der kleine Bruder endlich seine Angst. Als sich der geliebte Bruder erneut verabschiedet, kann Karl endlich loslassen. Denn eines Tages sehen sie sich ja wieder, in jenem anderen Märchenland.

Bis dahin allerdings hat sich Karl, gespielt von Justus Ritter, wahrscheinlich ein paar Kilo vom schmächtigen Leib geschlottert: Bis in die Haarspitzen zittert der schmächtige Körper, bis er zur Ruhe kommt. Das Gegenteil davon ist sein Bruder: Der eher bullige Simon Zigah spielt den Jonathan mit Herzenswärme und Gelassenheit.

Die übrigen Figuren, darunter ein Pferd, das die Tänzerin Frauke Scharf mit viel Spielwitz gibt, sind bei dem kleinen Ensemble in den besten Händen. Das alles schien auch beim jungen Publikum anzukommen. Am Ende gab es großen Beifall.