SEDELSBERG/FRIESOYTHE - An der B72 wurde der Hund angefahren und schwer verletzt zurückgelassen. Jetzt wurde der Mischlingshund „Hans“ vom Friesoyther Tierarzt Wilken wieder auf die Beine gebracht.

Von Thomas Neunaber

SEDELSBERG/FRIESOYTHE - Das Schicksal meinte es schwer mit dem schwarzen Mischlingsrüden „Hans“. Am letzten Novemberwochenende hatte ein Autofahrer das herrenlose Tier in Höhe der Anschlussstelle Strücklingen angefahren und Fahrerflucht begangen (NWZ berichtete). Als die Sedelsberger Tierfreundin Jutta Veldkamp das verängstigte und verletzte Tier fand, hielt sie sofort an und alarmierte die Polizei. Die brachte das Tier zum Ramsloher Tierarzt Frank Altehans.

Der stellte einen schweren Trümmerbruch fest. Ein komplizierter Fall, den der Tierarzt selbst nicht behandeln konnte. „Wenn der Hund nicht operiert wird, bleibt nur die Amputation des Beines oder das Tier muss eingeschläfert werden“, stellte Altehans fest. Das unverschuldete Schicksal des Rüden machte auch viele NWZ -Leser betroffen. Sie spendeten, um das liebe Tier zu retten. Doch das Spendengeld reichte bisher nicht, um die komplizierte Operation des Tieres bezahlen zu können.

Alle Hoffnung schien im Sande zu verlaufen. Bis sich das Schicksal für „Hans“ wendete: Die Friesoyther Tierärztin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Friesoythe und Umgebung, Dr. Veronika Tholen, erklärte sich bereit, den Vierbeiner trotz des fehlenden Geldes in ihrer großen Praxis an der Thüler Straße in Friesoythe zu operieren. Ihr Assistent Dr. Hartwig Wilken nahm sich des Hundes an. „Hans hatte eine schwere Trümmerfraktur im rechten Oberschenkelknochen“, stellte der Fachtierarzt nach einer Röntgenaufnahme fest.

Hier war ganze Arbeit gefragt, um den Hund wieder auf alle vier Beine zu bringen. Fünf Stunden lang operierte Wilken, um den komplizierten Bruch mit einer Stahlplatte im Oberschenkel zu stabilisieren. Jetzt hält eine Stahlplatte samt Schnüren die Trümmerreste wieder zusammen. Ein Schienenverband stabilisiert das Hinterbein. „Die komplizierte Operation ist gut verlaufen, aber in den nächsten vier Wochen braucht Hans noch einen Stützverband mit Metallschienen“, berichtet Wilken.

Der Rüde hat sich inzwischen von der mehrstündigen Operation gut erholt. Seine Retterin Jutta Veldkamp begrüßte der Rüde bereits freudig. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass das liebe Tier gerettet werden konnte“, freut sich Veldkamp. Nun hofft sie ,wie auch Tierarzt Wilken, auf einen erfahrenen und verständnisvollen Hundeliebhaber mit großem Herz, der sich des schwer gebeutelten Hundes annimmt. So könnte aus „Hans“ schließlich doch noch ein „Hans im Glück“ werden.

Weil die bisherigen Spenden für die Operation des verletzten Hundes bei weitem nicht ausreichen, um die Operationskosten zu tragen, hofft Tierschützerin Dr. Veronika Tholen auf Tierfreunde, die mit einem Geldbetrag aushelfen. „Wir behandeln hier so viele Tiere aus dem Tierheim und bleiben auf den hohen Kosten sitzen“, sagt die Friesoyther Veterinärin. Wer helfen möchte, kann sich unter 04492/443 melden.