SEDELSBERG - Sabine Nordmann ist mächtig verärgert über die Gemeinde Saterland: Schon seit einigen Jahren versucht die Mutter von zwei Kindern (vier und acht Jahre alt), die Gemeinde dazu zu bewegen, eine Ferienbetreuung anzubieten – vergebens. „Die Gemeinde rühmt sich mit einer starken Geburtenrate. Mütter sollen schnell wieder ins Berufsleben einsteigen können. Kommen die Kinder in die Schule, fangen die Schwierigkeiten an.“

Sabine Nordmann hat nachgerechnet: Mit Ferienzeiten und Brückentagen kommt sie für das Jahr 2012 auf insgesamt 63 schulfreie Tage. „Der Urlaubsanspruch einer berufstätigen Mutter reicht dafür nicht, um das zu überbrücken.“ Selbst mit Unterstützung des Ehemannes würde das nicht reichen. Sie wünscht sich, eine Betreuungsmöglichkeit in den Ferienzeiten: „Es wird immer abgelehnt mit der Begründung, es gebe keinen Bedarf.“ Sie kritisiert, dass die Gemeinde die Bedarfsabfragen erst kurz vor den Ferien mache: „Dann ist es selbstverständlich, dass verantwortungsbewusste Eltern längst die Kinderbetreuung geregelt haben.“ Für die Sommerferien 2012 habe es noch keine Bedarfsabfrage gegeben.

Saterland Bürgermeister Hubert Frye räumt ein, dass da „im Hause etwas schief gelaufen ist“. Die Aussage, es gebe generell keine Betreuung sei nicht richtig. „Es ist unser Anliegen, das zu klären. Wir wissen, dass sich die Problematik vermehrt stellt. Wir werden darauf reagieren.“ Die Gemeinde habe vor, den Betreuungsbedarf in Kürze weitläufig abzufragen. Es sei denkbar, eine Betreuung für mehrere Orte an zentraler Stelle zu organisieren. „Realisierbar ist so etwas vielleicht ab zehn Kindern“, so Frye weiter. Zum Vorwurf der zu späten Bedarfsabfrage sagt der Bürgermeister: „Das ist alles keine Einbahnstraße, man kann sich auch bei uns melden.“ Er bittet deshalb nun Eltern, die generell für Schulferien in diesem oder in kommenden Jahren Betreuungsbedarf haben, sich bei der Gemeinde zu melden unter: Telefon 04498 940130.

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg