SEDELSBERG - Einen großen Festumzug und eine Präsentation der besonderen Art hatte das Blasorchester Sedelsberg zur Feier seines 75-jährigen Bestehen angesagt. Und enttäuscht wurde die Zuschauer am Straßenrand wohl nicht. Die Bläser zeigten sich nämlich bei spätsommerlichen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein in offenen Cabrios. Angeführt wurde der Korso von einer Ausstellung der 75-jährigen Vereinsgeschichte, die auf einem Festwagen durch den Ort gefahren wurde. Gezeigt wurden unter anderem die Uniformen, die der Verein zu Beginn getragen hat, aber auch die vielen errungenen Pokale, die von den Erfolgen der Musikerinnen und Musiker zeugen.
Im Schützenwagen präsentierte sich dann das Nachwuchsorchester mit Leiterin Simone Tieke. Es folgten unzählige Cabrios mit jubelnden Musikern, angeführt vom Lotsen Willi Stadtsholte mit der Dirigentin Mechthild Hinrichs, dem Ehrenvorsitzenden Hans König und dem Ehrendirigenten Gerd Hempen.
Nach dem Festumzug setzten sich an den Ortseingängen der Spielmannszug Big Band Bollingen, der Musikverein Strücklingen, die Jugendschützenkapelle „Tell“ Hollen, der Musikverein Scharrel und der Musikverein Neuscharrel, angeführt von Abteilungen des Schützenvereins in Bewegung und zogen sternförmig zum Festplatz, wo die befreundeten Vereine vom Blasorchester musikalisch empfangen wurden. In seiner Begrüßung betonte Willi Stadtsholte, wie schwer die Anfänge seinerzeit für die Musikvereine waren. „Blasmusik ist etwas sehr schönes. Aber der Weg dorthin ist sehr schwer und lang, und so dauert es teilweise zwei bis drei Jahre bis ein Musiker in einem Orchester
mitspielen kann. Wer den Weg aber gefunden hat, wird ihn auch nicht wieder verlassen und bleibt der Blasmusik oft bis ins hohe Alter treu.“ Als Vorbild für alle Musiker nannte Stadtsholte den Scharreler Musiker Heini Haak, der mit seinen 86 Jahren noch immer aktiv dabei ist. In seiner Ansprache lobte der Vereinsvorsitzende aber auch den hohen Stellenwert, den die Blasmusik in den Dörfern mittlerweile ausmacht. „Es ist schön zu wissen, dass die Bevölkerung hinter ihren Musikvereinen steht und ihnen den Rücken stärkt“, so Stadtsholte.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden Martin Fortwengel, Wilfried Waten, Mathias Brand und Ingrid Waten für ihre 25-jährige aktive Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet. Aber auch Martin Hagemann, Direktor der Kreismusikschule, mit dem der Verein seit 13 Jahren zusammenarbeitet, wurde als Zeichen des Dankes ein Bild überreicht.
