SEEFELD - Wie entsteht eigentlich ein Kunstwerk? Eine Antwort auf diese Frage lieferte Agata Schubert in einer Performance während der Vernissage zu ihrer Ausstellung „Wirre Klarheiten – Körper & Licht“. Die Zuschauer wohnten dem Schaffensprozess in der Seefelder Mühle hautnah bei.
Die gebürtige Polin ließ sich von der Musik ihres Ehemannes und Gitarristen Michael Hauck inspirieren und fertigte mit fluoreszierender roter Pastellkreide ein Bild aus wirren Linien auf eine große gelbe Leinwand. Sie folgte mit ihrer Hand dem Diktat des vorgegebenen Rhythmus auf der E-Gitarre. Es entstanden dicke und dünne Linien, schnelle und spontane Striche. Es war für das Seefelder Kulturzentrum eine Premiere, denn noch nie hatte ein Künstler vor Ort ein Werk für die Ausstellung geschaffen.
Seit 2007 arbeiten Agata Schubert und Michael Hauck in dieser Art und Weise zusammen. „Es ist wie ein Gespräch. Ich kann nicht mit jedem Musiker so arbeiten“, erklärte Agata Schubert. Die Künstlerin und gelernte Möbelrestauratorin studierte unter anderem an der Kunstakademie in Düsseldorf. Seit 1996 arbeitet sie auch in Kino- und Filmproduktionen wie dem „Tatort“ mit und „dekoriert“ auch ausgegrabene Leichen. Im Zentrum ihrer Arbeit aber steht seit sechs Jahren das Engelmotiv. „Engel sind nicht sündenfrei. Sie sind nicht nur hübsch, sondern können auch dreckig und unverschämt sein“, beschrieb sie ihre Sicht auf die geflügelten Wesen. Mit ihnen wolle sie Gefühle zeigen. Sie zeichnet zunächst mit Tusche ihr Motiv, kratzt anschließend mit Schmiergelpapier über das Papier und bearbeitet es wieder mit Tusche. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis sie zufrieden ist.
Kunstinteressierte sollten sich den letzten Tag der Ausstellung im Kalender anstreichen. Am Sonntag, 9. September, wird es bei der Finissage erneut eine Performance geben, bei der die Künstlerin Überraschendes schaffen wird. Beginn ist um 20 Uhr.
