SEEFELD - Nach dem Paradies suchten 18 Frauen auf künstlerische Weise an zwei Wochenend-Workshops unter Leitung der Kunstpädagogin Meike Janßen aus Seefeld. Die Ergebnisse dieser intensiven Suche sind jetzt bis zum 15. Februar im Seefelder Kulturzentrum ausgestellt.

Bei der Vernissage am Freitagabend wurde deutlich, wie vielschichtig sich das persönliche Paradies gestaltet. Gefunden haben die Frauen Licht, Alltag, Adam und Eva, Eintönigkeit, Glück im Grau, Unschuld, Liebe, Äpfel, Einschränkung, Freiheit, Gärten, Sünde, Zuhause und vieles mehr. Die Umsetzung erfolgte sowohl als Malerei auf Leinwand als auch als Collage, Assemblage oder Objektkasten.

Inspirieren ließen sich die Teilnehmerinnen zudem von der Frühjahrsausstellung „Garten Eden – der Garten in der Kunst seit 1900" in der Emdener Kunsthalle, die sie im Rahmen des Workshops besuchten.

Der Begriff Paradies werde zur Zeit beinahe inflationär gebraucht, sagte Meike Janßen in ihrer Einführung zu den Arbeiten. Zahlreiche Produkte führten das Wort Paradies im Namen und würden so mit einem positiven Effekt versehen, um sich besser zu verkaufen. Doch es stelle sich die Frage, was das Paradies sei und wo es eigentlich liege.

Gartenparadies – Paradiesgarten, eine oft gehörte Wortkombination, die die Vorstellung vom himmlischen Paradies als Garten und vom irdischen Garten als Paradies stärke. Die etymologische Erklärung des Wortes Paradies gebe den Verweis auf den Garten, denn ursprünglich bedeute der altpersische Begriff „paradaeza“ Umwallung. Daraus wurde in viele Sprachen eine Bezeichnung für eine Gartenanlage oder einen eingefriedeten Park, erläuterte Meike Janßen.

Einige Teilnehmerinnen griffen die Themen Tor, Garten und Blumen auf und setzten sie individuell malerisch um. Andere entfernten sich vom realen Bild und wurden abstrakt. Auch Tiermotive tauchen in einigen Werken auf und es wurde mit dem Licht und der Bildkomposition gespielt. Mit Pinsel und Spachtel wurde die Acrylfarbe verarbeitet, es wurden Fotos und Abbildungen eingearbeitet oder kleine Gegenstände zusammengestellt.

Maike Cornelius-Bruns, Erika Hillig, Hane Fischer-Vogt, Ursel Koop, Trudi Folkers, Hella Oltmers, Renate Himmerlich, Angelika Menz, Annette Knaup, Gisela Erbacher, Imke Gewinn, Renate Hoppe, Renate van de Vlierd, Helga Langes, Trudie Stuyt, Britta Himmerlich, Christel Steinle und Mariska Stuyt brachten ihre persönliche Sicht auf das Paradies zu Blatt. Die Arbeiten hätten gezeigt, dass das Paradies in jedem Menschen selbst liege, resümierte Meike Janßen.