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Autoren Wat för‘n Dag für Helga Baumbusch

Seefeld - Helga Baumbusch geht es wie vielen in ihrem Alter. Als sie in den frühen Fünfzigerjahren in einem kleinen Dorf bei Aurich aufwuchs, schnackten alle Plattdeutsch miteinander. Nur mit Helga, dem hoffnungsvollen Kind, sprachen sie Hochdeutsch. Sie glaubten, ihr damit etwas Gutes zu tun.

Eine von 1400

Rund sechs Jahrzehnte später spricht Helga Baumbusch nicht nur perfekt Plattdeutsch, sie schreibt auch in der alten Muttersprache. Und das mit überragendem Erfolg: Ihre Kurzgeschichte „Vörjohr un Mannslüüd“ („Frühjahr und Männer“) hat es als eine von 26 Geschichten in das „Vertell-doch-mal“-Buch geschafft, das Norddeutscher Rundfunk und Radio Bremen herausgeben. Insgesamt waren zu diesem 30. plattdeutschen Geschichten-Wettbewerb mehr als 1400 Geschichten eingereicht worden.

Helga Baumbusch hat einen großen Teil ihres Lebens in Süddeutschland verbracht – weitab von der plattdeutschen Sprache.

Zurück nach Steinhausen

Sie folgte ihrem Mann Sigisbert nach Karlsruhe, aber nach dem Eintritt in den Ruhestand strebten beide wieder in Richtung Norden. An die Friesische Wehde hatte Helga Baumbusch schon vor langer Zeit ihr Herz verloren, und so entschied sich das Ehepaar für Steinhausen in der Gemeinde Bockhorn als neuen Lebensmittelpunkt.

Über eine Freundin fand sie zu den Mühlenflüsterern, die in der Seefelder Mühle regelmäßig szenische Führungen anbieten. Schon früher hatte sie gelegentlich auf der Bühne gestanden, und jetzt schlüpft sie in die Rolle der Seemannsfrau Luise Meyer, die ihren Zuhörern aus dem Leben zu der Zeit erzählt, als in dem Galerieholländer aus dem 19. Jahrhundert noch Korn gemahlen wurde.

Und wer erst bei dem Kulturzentrum tätig geworden ist, entdeckt schnell die vielen anderen Angebote. So kam sie in den Plattdeutsch-Kursus von Christa und Hans Meinen aus Augusthausen. Dem ersten Kursus folgte ein zweiter, dem zweiten Kursus die Teilnahme an der Klönschnackrunde.

Auch in Steinhausen gehört Helga Baumbusch einer Plattdeutsch-Gruppe an, für die sie im vergangenen Herbst erstmals eine Geschichte verfasste.

Über Männer im Frühjahr

Beworben hatte sie sich nun mit ihrem zweiten plattdeutschen Text, in dem sie darüber schrieb, dass Männer im Frühjahr mit schwerem Gerät gleich dem sprießenden Grün zu Leibe rücken. „Vörjohr un Mannslüüd“ heißt diese Geschichte, die im Februar entstand.

 Im März reichte die 69-Jährige sie beim Plattdeutsch-Wettbewerb ein, der diesmal unter dem Motto „Wat för‘n Dag“ stand. Hans Meinen hatte die Autorin beim Klön-avend ausdrücklich dazu ermuntert. Und bald wurde sie zur Preisverleihung ins Hamburger Ohnsorg-Theater eingeladen. Was genau sie gewonnen hatte, war der Einladung aber beim besten Willen nicht zu entnehmen.

„Wat för‘n Dag“: Das gilt selbstverständlich auch für den Tag der Auszeichnung. Zwar kam Helga Baumbusch nicht unter die ersten fünf, die einen Geldpreis erhalten und deren Geschichte von Schauspielern des Ohnsorg-Theaters auf der Bühne vorgelesen wird, aber sie schaffte es ins Buch. Wer die Geschichte liest, findet übrigens eine Mischung aus Ostfriesen- und Wesermarsch-Platt, verrät Helga Baumbusch: „Dat geiht so‘n beten dörnanner.“

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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