SEEFELD - Mit ihrem temperamentvollen Konzert spielten sich die fünf Musiker der Folkformation „Dhalia's Lane" schnell in die Herzen der rund 65 Zuschauer in der Seefelder Mühle. Einige Gruppenmitglieder, die früher unter dem Bandnamen „Wildsilk“ auftraten, waren bereits zum zweiten Mal in Seefeld zu Gast. „Dhalia’s Lane“ begeisterten vor allem durch exzellente Qualität und durch eine von der ersten bis zur letzten Minute ungebrochene Spielfreude.
Dabei hatten es das Quintett schwer, auf der kleinen Bühne im Mühlencafé mit allen Instrumenten Platz zu finden. Doch der ist ja bekanntlich in der kleinsten Hütte und somit auch im Café. Störend war da eher die nicht immer perfekte akustische Abstimmung der Stimmen und Instrumente untereinander.
Mit ihrer großen Routine und der in jeder Sekunde spürbaren Begeisterung für die keltische Musik schaffte es „Dhalia's Lane" sehr schnell, das Publikum mitzunehmen auf ihre Reise in die mystische Welt der Iren. Gerade die beiden Sängerinnen Helen Christina Mannert und Anna Hachulla schufen wundervolle Tonbilder und präsentierten die Erzählungen mit viel Inbrunst und Empathie. Helen Christina Mannert bewies zudem ihr großes Können mit Akkordeon und Geige, die sie mit einer bewundernswerten Leichtigkeit spielte.
Für den rhythmischen Rückhalt und besondere Klangeffekte am Keyboard sorgte Bergo Kamal Ibrahim. Er wanderte auch mit seiner Trommel in die Publikumsreihen und sorgte dort für rhythmische Anfeuerung oder forderte zum Tänzchen auf. Überhaupt fand auf der Bühne ein Feuerwerk an Instrumenten statt, ständige Wechsel sorgten für abwechselungsreiche, nie langweilige Stücke. Eine Vielzahl an Flöten hatte Rainer Burgmer mitgebracht, der zudem auch an der Klarinette sein Bestes gab und melodiegebende Akzente im Doppelflötenspiel setzte. Mit verschiedenen Gitarren reiste Berk Demiray an und fingerte mit Leidenschaft an deren Saiten.
Zwischen den Songs erfuhren die Zuhörer auch Informatives über Irland und seine Besonderheiten, was den Musikern Zeit gab, ihre auf den „Darmstädter Frühling“ eingestellten Instrumente neu zu stimmen. Im interaktiven Teil des Abends durften die Folkfans mitsingen, während die Formation unermüdlich auf der Bühne ackerte.
Ungewöhnlich war die Suche nach einem musikalischen Talent aus den Reihen der Zuschauer. Es meldete sich schließlich Helen aus Wermelskirchen, die mutig auf die Bühne schritt und eine kleine Melodie auf der Gitarre spielte, während sie die Musiker improvisierend begleiteten.
