SEEFELD - SEEFELD/BEA - Programmleiter Hans Meinen freute sich zusammen mit rund 50 Zuschauern über das Konzert des Trios „Kali Gari" am Ostersonnabend in der Seefelder Mühle. Die Durststrecke sei überwunden, sagte er. Weitere Veranstaltungen sollen im April und Mai folgen. Nach dem Ausscheiden der Geschäftsführerin Cornelia Iber-Rebentisch hatten sich die neuen Mitarbeiterinnen Anke Eymers und Kirsten Einemann einarbeiten müssen.

Das Trio „Kali Gari“ präsentierte jiddische Musik und Liedtexte der osteuropäischen jüdischen Wander-Musiker. Die Musiker legten dabei Wert auf authentische Texte. „Es ist unsere Aufgabe, als Deutsche die ursprüngliche Sprache der osteuropäischen Juden zu transportieren“, erklärte die Geigerin und Sängerin Karin Christoph. Sie betonte den guten Zugang der mit deutschen Fragmenten versetzten jiddischen Sprache.

Im Laufe der fast 15-jährigen Bandgeschichte ist das Verständnis für niedergeschriebene Gedichte, Lieder und Geschichten bei der musikalischen Arbeit immer mehr in den Vordergrund gerückt. So beherrschen Karin Christoph und Thomas Denker (Gesang und Akkordeon) sowie Kontrabassist Reinhardt Röhrs auch verschiedene Dialekte der osteuropäischen Juden.

Interessant war vor allem der Wechsel der Stimmungen in den Stücken. Ausgelassenen Tänzen folgten melancholische Liebeslieder, eindringliche Gedichtvertonungen oder humorvolle Alltagsgeschichten. Ob jiddischer Twist, kalbyrinthischer Tanz oder argentinischer Tango: alles hatte seinen eigenen Charakter, der ansprechend herausgearbeitet und auch experimentell umgearbeitet wurde.

Die begeisterten Besucher nahmen das berühmte „Bei mir bist du schön“ von Shalom Secunda sowie einen jiddischen Trinkspruch und den Wunsch nach einem langen und erfüllten Leben mit auf den Heimweg.

Sie werden sich gerne an diesen Klezmerabend erinnern, der auch zur politischen Bildung beigetragen hat.