SEEFELD - Mit zerzaustem Haar und leicht triefender Nase präsentierte der Sologitarrist Ulli Bögershausen in der Seefelder Mühle alte und neue Stücke. Er hatte seine sechssaitige und seine zwölfsaitige Gitarre dabei. Mit seinen Instrumenten entfaltete Ulli Bögershausen eine wohlige Atmosphäre in der gut besuchten Mühle.

Wie zarte Schmetterlinge breiteten sich die Melodien im Kulturzentrum aus und ließen jede Form von Aggressivität oder Missstimmung vermissen. Das sensible und geradlinige Spiel beeindruckte das Publikum nachhaltig. Seine Hände streichelten geradezu die Stahlsaiten.

Präzise und professionell erläuterte Ulli Bögershausen auch die fachlichen Eigenarten seines Auftrittes und fand in dem musikinteressierten Publikum dankbare Zuhörer. Der international bekannte Profimusiker stimmte Lieder bekannter Künstler wie Cindy Lauper, Seal oder Joan Osborne an und interpretierte sie in seiner unvergleichlich leichten, aber eindringlichen Art. Dabei hielt er sich nicht streng an das Original, sondern verlieh den Stücken eine neue Variation, die sie damit unverwechselbar zu einem „Bögershausen“ machten.

Überaus hörenswert waren auch die Stücke, bei denen der an der Mosel beheimatete Gitarrist mit Bottleneck und Fingerpicks arbeitete. Melodiös-meditativ zeigten sich seine Eigenkompositionen, bei denen er eine ruhige Gangart bevorzugte, die dennoch etliche Akzente zuließ.

Der Gitarrenlehrer hatte neben seinen neuen und alten CDs auch einige von ihm verfasste Lehrbücher mitgebracht, die bei einigen Besuchern auf großes Interesse stießen.