SEEFELD - Schräge und surrealistische Lieder aus dem Bereich der Klezmermusik präsentierte das Duo „Nu“ jetzt vor vollem Hause in der Seefelder Mühle. Von Fensterläden, die dösen, Heringen, die lachen, oder Grillen, die Harfe spielen, hatten die Besucher bis dato sicherlich noch nichts gehört.
Georg Brinkmann an seiner Klarinette und Franka Lampe am Akkordeon spielten jeder auf seine Art mit großer Professionalität und Hingabe. Die Musiker faszinierten durch eine große Leichtigkeit und unglaubliche Fingerfertigkeit und entlockten den Zuschauern reichlich Applaus für ihr Tun. Die lustigen und skurrilen Texte wurden zuvor amüsant und charmant von Georg Brinkmann erläutert, um den Zuhörern die Möglichkeit des besseren Verständnisses zu geben.
Und ein Schlaflied wurde gar auf Deutsch gesungen, da es sich um ein originalen Text in einer alten Kladde einer deutschen Dichterin handelte. „Einfach nur schön“, kommentierte dann auch eine Besucherin nach der ersten Halbzeit das Gehörte und auch der „Rest“ des Publikums begab sich bestens gelaunt in die Pause.
Gerade die Klangvielfalt, die beide Profis ihren Instrumenten entlocken konnten, sowie der leidenschaftliche und tiefgründige Gesang Brinkmanns eröffneten den Zuhörern eine neue Welt des Klezmers voller Lebenslust, Leichtigkeit und Verrücktheit, aber dennoch mit Tiefgang.
„Nu“ ist ein jiddischer Seufzer in allen Lebenslagen, der dem Duo den Namen gab. Er kommentiert Erlebtes, beendet Getanes und steht am Beginn eines neuen Prozesses. „Nu“ baut auf dem klassischen Liedgut des Klezmer auf, verfeinert es, gestaltet es und verleiht den Melodien eine neue Form, die ihre Wurzeln nicht verleugnet.
