SEEFELD - In wallenden schimmernden Kleidern mit goldfarbenen Verzierungen traten die beiden Sängerinnen der Gruppe „Zariza Gitara“ beim Konzert im Seefelder Mühlencafé vor ihr Publikum und sorgten so schon einmal für eine optische Einstimmung auf den Abend.

Doch auch stimmlich konnten Valeriya Shishkova aus Russland und Olessia Völk aus Kasachstan überzeugen, immerhin haben beide an Musikonservatorien ihr Handwerkszeug fundiert erlernt. Valeriya erläuterte in perfektem Deutsch die Ursprünge der Zigeunermusik, ihre Wurzeln und ihre Entwicklung und gab so einen Einblick in eine eher aus Filmen bekannte Musikrichtung.

Dass das Zigeunerleben keineswegs immer lustig ist, erfuhren die Zuhörer im Laufe des Abends ebenfalls. Freud und Leid, Lachen und Weinen, Sehnsucht und Hoffnung liegen bei dem fahrenden Volk dicht beieinander. Melancholische Balladen gaben einen Einblick in die wechselnde Gefühlswelt der oftmals gesellschaftlich nicht akzeptierten Ethnie. Die Zigeuner seien für ihre Musikalität bekannt, erklärte Valeriya Shishkova. Typisch für die russische Volksmusik seien große Chöre, die von Gitarren und Geigen begleitet werden. Dadurch entsteht eine ganz eigenständige Musik, die sich beispielsweise von der rumänischen Zigeunermusik unterscheide.

Begleitet wurden die beiden Sängerinnen von Alexander Bursutskyy aus der Ukraine, der seine Fidel nach Belieben mal schnell mal eingängig spielen perfekt konnte, und dem Deutschen Michael Lindner an der Gitarre. Seine Finger müssen zentimeterdicke Hornhäute haben, denn er spielte wie vom Teufel besessen und setzte dennoch kein Pic zum Schutz der Finger ein. Gerade bei den sich steigernden Läufen gab es richtig Gas .

Zum überwiegend temporeichen Liedgut zeigten die beiden Frauen ab und an auch tänzerische Einlagen, die eine Ahnung von dem leidenschaftlichen Zigeunerleben vermittelten. Trotz Aufforderung ließ sich aber kein Besucher dazu hinreißen, nach der rhythmischen Musik das Tanzbein zu schwingen.