SEEFELD - SEEFELD - Viele Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung „Begegnungen“ ins Seefelder Mühlencafé und ließen sich von Meike Janßen in die Entstehung der durch Emil Nolde inspirierten Malereien von neun Workshop-Teilnehmerinnen einweihen. Die Kunstpädagogin organisiert in regelmäßigen Abständen Ausstellungen im Seefelder Kulturzentrum.

Anlass des im Dezember veranstalteten Workshops war die Ausstellung „Paare“ mit Werken von Emil Nolde in der Emder Kunsthalle, zu der die Teilnehmerinnen fuhren und bei einer Führung die kleinen Aquarelle des deutschen Malers, seine so genannten „ungemalten Bilder“, sahen. Es schien Nolde eine besondere Lust zu bereiten, einzelne Individuen seines reichen Figurenarsenals im weiten Feld zwischen scharf beobachtendem Realismus, expressiver Subjektivität und grotesker Karikatur aufeinander treffen zu lassen, sagte Janßen. Die intensiven, fast reinen Farbklänge, mit denen Nolde seine kleinformatigen Kunstwerke schuf, wirkten bis ins Atelier nach und dienten als Inspirationsquelle für das eigene Tun. In verschiedenen Phasen und durch unterschiedliche Aufgabenstellungen, die der Sinneswahrnehmung dienten, entstand eine enorme Anzahl an kleinformatigen emotional dichten Aquarellen.

Neuland betraten die Hobbykünstlerinnen auch beim Bemalen von Rupfenleinwänden, wo sie ebenso wie Nolde mit dem beigebraunen Grundton arbeiteten und ihn als Gestaltungsmittel einsetzten. Mutig seien die Frauen in die sehr großen Fußstapfen Noldes getreten, hätten sich durch das große Vorbild aber nicht lähmen lassen, berichtete Janßen. Neues und Ungewohntes wurde ausprobiert und es entstanden wunderschöne Bilder, auch wenn das Schaffen immer wieder mit Rückschlägen verbunden war. „Belohnt wurden die Frauen mit einem Zuwachs an Können“, war sich die Kunstpädagogin sicher. Das Eigene zu finden, dem eigenen Ausdruck nachzuspüren und eine sehr persönliche Handschrift im künstlerischen Tun zu entdecken, sei eine Hauptintention ihrer Malkurse, so Janßen.

Ursel Koop, Christine Heckmann, Christel Steinke, Helga Lange, Hannelore Fischer-Voigt, Imke Gewinn, Maike Cornelius-Bruns, Renate Hoppe und Renate Himmerlich schufen sehenswerte Kunstwerke, die durchaus vom Charakter der Nolde-Ausstellung geprägt sind, aber dennoch eine Weiterentwicklung des Gesehenen und somit eine eigenständige Leistung darstellen.