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Seefelder Mühle Das Erfolgsgeheimnis ist die Langsamkeit

Kerstin Seeland

Seefeld - Es wird gehämmert, gemeißelt und gefeilt. Die Geräusche sind auf dem Gelände der Seefelder Mühle vier Tage lang zu hören. Zwölf Frauen und Männer nehmen an einem Workshop mit Ivo Gohsmann im Garten des Müllerhauses teil. Drei von ihnen sind zum ersten Mal dabei.

Einer von den „Neuen“ ist der 19-jährige Erik Reimers aus Seefeld, der im Mühlenverein ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. „Ich wollte das schon immer einmal ausprobieren“, sagt Erik Reimers. Gestalterisch macht er sonst ziemlich viel im Bereich Design und schreibt hin und wieder auch eigene Songs. „Jetzt war es an der Zeit, künstlerisch etwas Neues auszuprobieren.“

Motiv erkennen

Das Schwierigste für ihn ist es, in dem Stein das Motiv zu sehen, das er sich überlegt hat. „Ich habe mir schon gedacht, dass es leichter sein würde, doch letztendlich bin ich mit dem Produkt ganz zufrieden.“ Ein Fuchs soll es werden. Nach und nach gibt der Stein dieses Motiv unter den Händen des jungen Mannes frei.

Für den Leiter des Workshops, Ivo Gohsmann, ist es immer wieder eine Freude, wenn neue Leute im Kurs dabei sind. „In der Steinbildhauerei geht alles immer sehr langsam voran“, erzählt er, „viele kommen mit ihren Vorstellungen aus der Kunst her. Doch dann muss alles weiter heruntergebrochen werden.“ Die Teilnehmer müssten sich von dem Gedanken lösen, dass alles ganz schnell geht und genau dem entspricht, was sie sich vorgestellt haben. Genau das ist es, was Ivo Gohsmann vermitteln will: die Langsamkeit, in der die Werke entstehen. Und so bearbeiten die Frauen und Männer die Steine mit viel Bedacht. „Es ist wie Spazierengehen im Stein“, sagt Ivo Gohsmann, „die Hektik des Alltags muss weggelassen werden. Die Teilnehmer lernen nach und nach, die Langsamkeit zu schätzen.“

Meist entstehen zunächst abstrakte, freie Objekte. Erst danach werden die Motive konkreter und gegenständlicher.

Mit viel Geduld

Nach einer theoretischen Einführung erhalten die Teilnehmer ihr Werkzeug: Meißel, Hammer, Schlegel, Fäustel und Knüpfel. Sie lernen, wie sie Kräfte sparend den Stein bearbeiten können. „Es ist viel Geduld erforderlich, denn ein solcher Stein kann nicht an einem Nachmittag fertig gestellt werden.“ Die Teilnehmer verwenden bei dem Workshop in Seefeld hauptsächlich Sandstein, da dieser leichter zu bearbeiten ist. Das Material Stein besorgt Ivo Gohsmann in Münster oder im Weserbergland. Seit 2002 bietet der freischaffende Steinbildhauer aus Lüneburg zwei Mal im Jahr einen Steinbildhauerei-Workshop in der Seefelder Mühle an.

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