Seefeld - Wenn es am Montagabend an Seefelder Haustüren klingelt, ist es nicht der Nikolaus, der sich im Datum versehen hat. Sondern es sind Abgesandte der Seefelder Mühle, die eine ungewöhnliche Einladung überbringen: Alle Seefelder sind zum Winterball willkommen, der am Sonnabend, 27. Januar, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert wird.
Rund 20 ehrenamtliche Unterstützer des Kulturzentrums wollen ab 18 Uhr an allen Haustüren des Dorfes klingeln. Sie bringen nicht nur die Einladung im neongelben Kuvert vorbei, sondern auch einige Kekse und einen Kakao-Mix. Damit werben sie in netter Form für eine Veranstaltung, die es so noch nicht gegeben hat, die aber dennoch auf einer schönen Tradition aufbaut – der Tradition der Vereinsbälle.
Micha Kranixfeld hat das Format entwickelt. Zugrunde lag der Gedanke, dass die Seefelder Mühle seit 30 Jahren als Kulturzentrum besteht, und das dies gefeiert werden soll, sagt Cornelia Iber-Rebentisch, die Zweite Vorsitzende des Mühlenvereins. Aber es sollte ein neues Format dafür gefunden werden – mit Unterstützung eines Gastkünstlers auf Zeit, eines sogenannten Artist in Residence. Das erforderliche Geld kam zur einen Hälfte aus einem Programm der früheren Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljacic, zur anderen Hälfte kommt es jetzt von VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Vorstandsvorsitzender Harald Lesch sowie Henning Oetjen und Henning Pape von der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham übergaben am Freitagvormittag offiziell die Zusage.
Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche haben Micha Kranixfeld und sein künstlerischer Partner Felix Worpenberg ein Programm für den Winterball entworfen. Bis kurz vor Mitternacht spielt die Kapelle Evelyn Krüger aus dem Raum Hannover auf. Sie vereint folkige Klezmer- und Balkan-Klänge zu fetziger Tanzmusik. Nach einer Überraschung um Mitternacht legen die Bremer DJs Hopfen und Malz Musik auf, die in Richtung HipHop geht. Anders als andere DJs moderieren sie auch.
„Das Dorfgemeinschaftshaus wird sich für den Winterball stark verändern“, kündigt Cornelia Iber-Rebentsich an. Dafür arbeitet das Kulturzentrum mit mehreren Künstlern zusammen, darunter einem Raumgestalter.
Eine Eintrittskarte kostet übrigens 5 Euro – keine unüberwindliche Hürde. Etwa 100 Sitzplätze gibt es im Dorfgemeinschaftshaus, das der alte Saal der früheren Gaststätte Deutsches Haus ist. Aber es gibt ja auch noch Platz im Nebenraum und draußen, so dass wohl 150 Gäste den Winterball feiern können.
