Seefeld - „Noord Nöörds – der kleine Abend der nachhaltigen und zukunftsfähigen Themen“ war am Freitagabend eine Veranstaltung in der Seefelder Mühle überschrieben. Fünf „Nöörds“ hatten sich gemeldet, um das Publikum an diesem Abend mit vielfältigen Themen zu unterhalten, zum Nachdenken anzuregen und zu begeistern.

Den Anfang machte Andreas Wedelich, der sich dem Thema Elektromobilität widmete. Den Umweltschutzcharakter stellte er hier besonders heraus. Mit Elektroauto kann man keine langen Strecken fahren, ohne zwischendurch Strom zu „tanken“. „Da kann eine Fahrt nach München schon mal zehn, statt acht Stunden dauern“, räumte Andreas Wedelich ein. „Aber das ist ja auch eine Form von Entschleunigung“, befand jemand aus dem Publikum.

Der Frage, welchen Fisch man heute noch guten Gewissen essen kann, ging Malte Rebentisch nach. „Sie möchten ein Krabbenbrötchen?“ fragte ein Verkäufer in einer kleinen, anschaulichen Szene. Malte bejahte die Frage, und schon lag ein Fischbrötchen auf seinem Teller. Doch darauf landete auch noch ein ganzer Berg „Beifang“ – Plastikteilchen, die in riesigen Mengen auf den Ozeanen schwimmen oder an deren Grund liegen.

Darüber hinaus erfuhr das Publikum, dass nur sieben Prozent aller aus dem Meer geholten Fische so nachhaltig gefischt wurden, dass die Bestände sich regenerieren können. Viele Arten sind dagegen überfischt und vom Artensterben bedroht. Welche Fische man ohne schlechtes Gewissen essen kann, hänge auch von den jeweiligen Fanggründen ab, erklärte Malte Rebentisch. Konkret riet er zu Karpfen, Zander und Seelachs aus Aquakulturen.

Was tun, wenn man in Butjadingen wohnt, kein Auto hat und nach Nordenham möchte? Ganz klar, dann kann man den Bürgerbus nehmen. Das Projekt stellte in einem szenische Spiel Jürgen Sprickerhof, Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins, zusammen mit seiner Ehefrau Anke Fels-Sprickerhof und einigen Freiwilligen aus dem Publikum vor. Sie ließen Fahrgäste in den fiktiven Bus einsteigen, berichteten von Fahrzielen, informierten über Preise und ließen das Publikum an den vielfältigen Möglichkeiten des Projekts, das seit zehn Jahren besteht, teilhaben.

Brit Bentzen berichtete anschließend von dem Frachtsegler „Avontuur“ aus Elsfleth. Das historische Schiff wird heute genutzt, um umweltfreundlich fair gehandelte Waren zu transportieren. Am Mittwoch macht die Crew für ihren inzwischen vierten Törn die Leinen los – an Bord Waren verschiedener Unternehmen, die für Nachhaltigkeit eintreten. „Es herrscht eine ganz besondere Energie an Bord“ berichtete die Elsfletherin Hedwig Stracke-Berkhout, die seit der ersten Tour mit an Bord ist.

Als letzter „Nöörd“ trat die Geschäftsführerin der Seefelder Mühle, Gesche Gloy-stein, auf die Bühne. Sie berichtete, wie schwierig es sei, nur fair gehandelte statt industriell gefertigte Kleidung zu kaufen. Alle Themen regten das Publikum zu Diskussionen an, und die meisten Gäste dürften sehr nachdenklich den Heimweg angetreten haben.