SEEFELD - SEEFELD - Mit dem Zweiakter „Noog is nich noog“ hat die Speelschar Reitland ein anspruchsvolles Stück für ihre Neuinszenierung auserkoren, zumal die langen Texte hohe Anforderungen an die fünf Laiendarsteller stellten, die ihre Aufgabe aber hervorragend lösten. Die 125 Besucher der Premiere mit anschließendem Theaterball am Sonnabend in der Gaststätte „Seefelder Schaart“ jedenfalls waren sehr angetan und spendeten nach dem Schlussvorhang reichlich Applaus.

Die Hauptrolle spielte Jörg Wiggers, der als absolut nörgeliger Hausherr Erich mit zunehmendem Alkoholkonsum immer ausfallender gegenüber seiner Frau Helga (Inka Janßen-Wiese) wurde und auch seine Geburtstagsgäste nicht verschonte. Helga musste sich so einiges an Vorwürfen aus dem langen Eheleben anhören. In der Rolle der bemitleidenswerten Hausfrau, die ihrem Mann immer treu ergeben war, konnte Inka Janßen-Wiese auch mit reichlich Situationskomik überzeugen.

Mit nur wenigen Unterbrechungen stand Jörg Wiggers permanent auf der Bühne und hatte rund 350 Einsätze, die er nahezu fehlerlos meisterte. Trotz der schwierigen Rolle schaffte es die „Geburtstagsmumie“ dennoch, die Zuschauer zum Schmunzeln zu bringen und die Stimmung im Stück nicht ins Negative kippen zu lassen.

Als tolpatschiger Gegenpart „hampelte“ sich Erichs Schwager Hagen (Sascha Bunjes) vom Klingelrausch zum Biotonnenfachmann. Er belegte die komische Rolle im Stück meisterhaft. Der Rechtsverdreher beim Amtsgericht stampfte von einem „Schietpott“ in den nächsten und amüsierte damit das Publikum, das reichlich Szenenapplaus spendete.

Mit Helga's Schwester Eva (Marion Schönlein) focht Erich das eine oder andere verbale Duell aus und die beiden benahmen sich wie Hund und Katze. Die selbstbewusste Eva stichelte immer wieder in Richtung des grätzigen Hausherrn, der sich gerne provozieren ließ und dabei immer mehr die Contenance verlor. Gerade auch diese Duelle mit derben Wortausbrüchen schafften einen interessanten Reiz und gaben dem Stück Pepp und die humorige Note.

Als später Partygast tauchte schließlich im zweiten Teil die Schwiegermutter Hetti (Heike Busch) auf und kommandiert alle herum, damit alles „komodiger“ wird. Auch sie brachte Abwechselung in die Wortduelle der anderen und drückte der Rolle gekonnt ihren eigenen Stempel auf.

Unter der Regie von Heinz Marschellek sind an dem neuerlichen Theatererfolg der Speelschar Reitland vor und hinter der Bühne auch Annette Marschallek, Silvia Strowitzki, Heiko Grape, Ulla Grape, Sonja Hülstede, Stefan Marburg und Silke Jürgens beteiligt.

Weitere öffentliche Aufführungen von „Noog is nich noog“ gibt es am Freitag, 27. Januar, und am Sonntag, 29. Januar, sowie am am 4., 5., 8. und 10. Februar jeweils ab 20 Uhr im „Seefelder Schaart“. Dort und bei den Mitgliedern der Speelschar sind für einige Vorstellungen noch Karten erhältlich.