Barßel - In schon fast schwindeleregender Höhe schwingt der Vorsitzende des Schiffervereins „Gute Fahrt“ Barßelermoor-Barßel, Georg Sobing, den Pinsel. Doch dem Seemann macht die Höhe nichts aus. „Das bin ich von Bord aus gewohnt“, sagt Sobing und setzt immer wieder den Farbpinsel an der Nachbildung des Leuchtturmes „Roter Sand“ auf der Landzunge am „Zandersee“ des Barßeler Hafens an.

Die „Seebären“ des Schiffervereins überholen gerade das turmartige Bauwerk. Der Zahn der Zeit hat am Leuchtturm genagt. Die Spuren sind deutlich zu erkennen. Das Original des Leuchtturmes steht sechs Seemeilen nordöstlich der Insel Wangerooge in der Außenweser.

Dort haben Erholungssuchende sogar die Möglichkeit, einen Urlaub inmitten der See zu verbringen. „Damit können wir allerdings nicht aufwarten, auch wenn wir ein Erholungsgebiet sind“, sagt Sobing. Allenfalls ist es möglich, von innen auf den Turm zu klettern – dann habe man eine wunderbare Sicht auf die Flusslandschaft von Barßel. Doch öffentlich ist dieser Aufgang auch nicht, bemerkt der ehemalige Schlepperkapitän gleich.

„Im Jahre 1986 haben vielen fleißige Hände des Schiffervereins ,Gute Fahrt’ in Eigenarbeit und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden den ,Barßeler Roter Sand’ erbaut“, weiß Schriftführer Anton Burmann zu berichten.

Der rot-weiß geringelte Turm hat einen Durchmesser von einem Meter und bringt ein Gesamtgewicht von etwa drei Tonnen auf die „Waage“. Rund 14 Meter über dem Wasserspiegel ragt das Wahrzeichen im Barßeler Bootshafen in die Höhe. „Auch in der Dunkelheit ist der Leuchtturm noch zu sehen. Dafür sorgt die Befeuerung als Blitzfeuer“, erklärt Burmann.

Doch nun stehen in den nächsten Tagen erst einmal umfangreiche Restaurierungsarbeiten an. Dafür sind „an Bord“, die Seeleute Anton Burmann, Georg Sobing, Engelbert Ebkens senior, Dieter Boekhoff und Hans Krone. Allesamt sind mittlerweile Rentner, die sich leidenschaftlich um den Erhalt der Nachbildung kümmern.

Die Arbeiten müssen immer wieder durchgeführt werden, ansonsten verfällt das Wahrzeichen mit den Jahren. „Schließlich ist es Tag für Tag rund um die Uhr dem Wetter ausgesetzt“, so Schriftführer Burmann. Zahlreiche Roststellen müssten ausgebessert werden. Auch die „Reeling“ ganz oben müsse überprüft, teilweise erneuert werden.

„Es ist Fußballweltmeisterschaft und dann muss auch die Deutschlandfahne im Wind wehen“, erklärt Burmann. „Wenn alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, dann erhält unser Leuchtturm einen neuen Farbanstrich.“ Der rot-weiße Turm spiegele sich dann wunderbar im Soestewasser wider, so der Schriftführer.