Seeverns - Früh entdeckte Marlies Folkens das Schreiben für sich und verfasste über die Jahre zahlreiche Kurzgeschichten, Satiren und Gedichte. Mit dem Buch „Von Schwalben und Mauerseglern“ legt sie ihren ersten Roman vor, der von Erzählungen ihrer Mutter über Kriegs- und Nachkriegszeit inspiriert ist.

Nun stellte die Autorin, die in Oldenburg lebt, ihr neues Werk vor. In der Hochzeitsscheune Seeverns las Marlies Folkens vor rund 30 Zuhörern auch aus ihrem neuen Buch „Inseltochter“.

Marlies Folkens wurde 1961 in Stollhamm-Ahndeich geboren und wuchs als jüngstes von vier Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Nach dem Abitur verließ sie die Wesermarsch. Die Liebe und Verbundenheit zu ihrer Heimat wird in ihren Büchern wach, die stets einen engen Bezug zu Butjadingen und Stadland haben.

„Wenn einem der liebe Gott in die Kehle gespuckt hat, dann wirft man das Talent nicht einfach weg“, lautet ein Satz aus ihrem Erstlingswerk. Der junge Georg geht auf Anraten des Pastors fort, um seinen Traum wahr zu machen und Opernsänger zu werden. Er verlässt die Familie Bruns in Frieschenmoor, die ihn auf ihrem Hof versteckt hat, seit er von der Front desertiert ist. Und das Schlimmste, Georg lässt Elli zurück, die ihn kurz vor Kriegsende auf dem Heuboden entdeckt hat.

Das bewegende Roman-Debüt von Marlies Folkens über den Alltag in der Nachkriegszeit und eine junge Liebe hatten viele ihrer Zuhörer bereits gelesen. Nun waren sie gespannt auf die Lesung aus ihrem neuen Buch „Inseltochter“, das die Nachkriegsereignisse in dieser Region und auf Helgoland zum Thema hat.

„Sie sind fremd hier, und das werden Sie auch bleiben. Niemand will Sie hier haben“, las die Autorin vor. Aus ihrer Abneigung gegenüber den Flüchtlingen von der Insel Helgoland machen die Einheimischen keinen Hehl.

Die Bewohner des kleinen Fischerdorfes Fedderwardersiel machen sich das Leben schwer, zudem erfährt der Leser interessante Details über die damalige Besatzungsmacht der Briten und über Helgoland. Die Nordseeinsel wurde in den letzten Kriegstagen evakuiert und sollte gesprengt werden.

Diese Geschehnisse verknüpft die Autorin mit einer Liebesgeschichte, in der die Krabbenfischerei und der Schwarzmarkt eine wichtige Rolle spielen.