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NWZonline.de Nachrichten Kultur

MUSIK: Sehnsüchtige Schönheit aus alter Liebesgeschichte

26.08.2005

OLDENBURG OLDENBURG - Avantgardeklänge und Parkatmosphäre: Dass sich auch Neue Musik in den Rahmen des Gartenkultur-Musikfestivals glänzend einfügt, demonstrierte jetzt das oh-ton-Ensemble. In der lauschigen Atmosphäre des Oldenburger Schlossgartens gab es an diesem Abend, an dem selbst das Wetter einmal bestens mitspielte, spannende Einblicke in neueste Musik. Das Ensemble hatte sich dabei das Sonderthema des Festivals, „Musik der Jahrhundertwenden“, zu Eigen gemacht. Geschickt wurden unter diesem Motto Werke heutiger Komponisten (u. a. Huber, Klein, Stockhausen) mit Musiken aus der Zeit um 1900 (Debussy, Janacek) gekoppelt – und damit auch eine Epoche ins Visier genommen, deren Aufbruchsstimmung und Suche nach neuer Ästhetik bis heute nachwirkt.

Zu hören war das etwa in zwei Debussys. Mit den ätherischen und poetischen Klängen von „Syrinx“ für Flöte solo, dessen sehnsüchtige Schönheit auf einer altgriechischen Liebesgeschichte beruht, verwandelte Flötistin Anne Horstmann den Schlossgarten für einen Moment in einen mystischen Zaubergarten. Die „Rapsodie“ für Altsaxofon und Klavier betörte mit verträumten Saxofonlinien zu Beginn und iberischen Rhythmen im Schlussteil.

Saxofonist Christoph Hansen zeigte in einem weiteren Beitrag – Stockhausens „Saxofon“ – dass heutige Kompositionen gar nicht so fern von der impressionistischen Musik Debussys liegen müssen. Stockhausens von knappen Bongo-Einwürfen gegliedertes Werk wirkt mit seiner schwingenden Weite als eine einzige, rhapsodisch freie Linie.

Einen besonderen Blick warf das oh-ton-ensemble auf in der Region wirkende Komponisten. Etwa auf den in Ganderkesee lebenden Anti-Traditionalisten Hans-Joachim Hespos. Sein von Perkussionist Michael Pattmann kunstvoll zelebriertes „padouk“ für Marimba solo ist ein zerklüftetes und gestisches Stück, das durch die langen Pausen zwischen den kurzen Klangelementen knisternde Spannung erhält. Als Abschluss präsentierte oh-ton die Uraufführung von „Testimonium“, einem neuen Werk des aus Chile stammenden, aber seit den 70er-Jahren in Oldenburg wirkenden Gustavo Becerra-Schmidt – der klangvolle Abschluss eines spannenden Abends.

Das Gartenkultur-Musikfestival läuft in der gesamten Region und endet am 28. August.

Mehr Infos unter:

www.gartenkultur-musikfestival.de

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