Ludwigshafen - Nicht einmal in der Reha hat „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal ihre Ruhe. Die Ludwigshafener ARD-Ermittlerin erholt sich gerade auf dem Land bei Fitness und therapeutischen Gesprächen von einem Zusammenbruch, als sie von Streifenpolizisten alarmiert wird.
In eigener Sache
Auf einem Hof in der Nähe liegt der Pferdepfleger Heiko Dahl erstochen in seinem Blut, wenige Meter weiter ringt ein schwer misshandeltes Pferd mit dem Tod.
Odenthal, die im Joggingdress am Tatort erscheint, erlöst das grässlich verstümmelte Tier mit der Dienstwaffe eines Kollegen. Wer hat Mann und Pferd auf dem Gewissen? Sind der Mörder und der „Pferderipper“ ein und derselbe Täter, sind es verschiedene? Diese Fragen ziehen sich durch Odenthals 61. Fall („Die Sonne stirbt wie ein Tier“, am Sonntag, 18. Januar, ARD, 20.15 Uhr), der dem Zuschauer einiges zumutet. Der angeschlagenen Kommissarin bringt er neue Einsichten in eigener Sache – und damit eine Befreiung aus emotionalen Untiefen. „Der Mensch ändert sich, ich ändere mich“, lautet einer ihrer Schlüsselsätze aus dem Buch von Harald Göckeritz.
Vorzeitig entlassen
In Odenthals letztem Fall, in dem es um den Tod eines Architekten ging, war die dienstälteste „Tatort“-Kraft seelisch und körperlich aus dem Gleichgewicht geraten. Die toughe Frau, seit 25 Jahren im Einsatz, machte Fehler, weinte, brach auf offener Straße zusammen. Odenthal-Darstellerin Ulrike Folkerts (53) hatte damals den Begriff „Burnout“ ins Spiel gebracht. Angefacht wurde die Lebenskrise auch dadurch, dass mit der 20 Jahre jüngeren Fallanalytikerin Johanna Stern (Lisa Bitter) eine neue Kollegin auftauchte, deren analytische Herangehensweise sich von Odenthals Stil unterscheidet. 10,40 Millionen Zuschauer sahen die Folge „Blackout“, die auf einen Marktanteil von 29 Prozent kam.
Die neue Folge, bei der wie bei „Blackout“ Patrick Winczewski Regie führte, dreht sich wieder zu einem Gutteil um die Befindlichkeit der Hauptdarstellerin. Die Reha soll ihr laut SWR dabei helfen, Bauchgefühl und inneren Kompass wieder für sich selbst einzusetzen, und nicht nur für ihre Fälle. Von ihrem Therapeuten wird ihr eingeimpft, das Private mehr gegen das Berufliche abzugrenzen. Sie lässt sich vorzeitig ins Berufsleben entlassen und kündigt ihrem Kollegen Mario Kopper (Andreas Hoppe) an, mit dem sich Lena schon lange eine WG teilt, sich eine eigene Wohnung suchen zu wollen.
Aber das ungleiche Trio – Odenthal, Kopper, Stern – rauft sich zusammen. Freude kommt aber nicht auf.
