Seefeld - Bereits zum zweiten Mal haben The Cannons am Sonntagabend in der Seefelder Kirche gastiert, und wieder lockten sie rund 150 Folkfans an. Vor dem Altar ließen sich die Iren in ein buntes Licht hüllen, und durch ihre erhabene Position auf dem Podest und ihren Barhockern wirkten sie schon ein wenig entrückt.
Wohl wegen des zu erwartenden Andranges hatte das Seefelder Kulturzentrum diesen externen Veranstaltungsort gewählt, der viel mehr Besuchern Platz bietet und noch dazu durch seine besondere Atmosphäre besticht. Die drei Profimusiker waren wieder bestens aufgelegt und präsentierten Folkmusik in ihrer reinsten Form.
Puristische Art
Allen voran spielte und sang der 73-jährige Seán Cannon in seiner unverwechselbaren puristischen Art, und seine beiden Söhne begleiteten ihn souverän und durchaus in eigenem Stil. Er nannte seine Zuhörer, die nicht nur aus der Wesermarsch kamen, liebevoll Folks, was diese gerne bejahten.
Seán Cannon ist ein alter Hase im Musikprofigeschäft, hat aber dennoch seinen Spaß am Spielen nicht abgelegt und scheint auch jenseits der 70 wenig Lust auf seinen wohlverdienten Ruhestand zu haben. Auch konditionell gab es bei dem Veteranen des Celtic Folk keinerlei Schwächen.
Söhne setzen Akzente
Mehr als zwei Stunden dauerte das Konzert, unterbrochen nur durch eine kurze Pause, in der die Besucher sich mit Wein und anderen Getränken versorgen konnten. Da Seán Cannon in Deutschland längst kein Unbekannter mehr ist, stellte er so manchen Song auch in einem eigenwilligen Denglisch vor, welches zur Hälfte deutsche und zur anderen Hälfte englische Wörter enthält. Gerade diese amüsante Kombination ließ die Zuhörer schmunzeln. Nach einem Sologesang bedankte sich Seán Cannon mit einem „Danke für das Mitleid“ bei seinen begeisterten Fans.
Seine beiden Söhne setzten immer wieder eigene Akzente und trugen so zu einer größeren Bandbreite bei. So stimmte James Lieder bekannter amerikanischer Interpreten wie Jonny Cash an, während Robert mit seinen gefühlvollen intensiven Balladen gefiel. Die Folkfans bedankten sich mit langem Applaus und gelegentlichen Jubelrufen und entließen die drei Iren erst nach einigen Zugaben.
