Recklinghausen - Die Ruhrfestspiele Recklinghausen sind am Samstagabend mit Shakespeares „Der Sturm“ eröffnet worden. Der isländische Regisseur Gísli Örn Garðarsson interpretierte die vieldeutige Handlung des Alterswerkes des großen britischen Dramatikers neu, originell und provozierend, mit szenischer Fantasie und politischer Courage. Manfred Zapatka begeisterte das Publikum in der Hauptrolle des Prospero. Er konnte den Löwenanteil des langanhaltenden Beifalls für sich verbuchen.
Unter dem Motto „Inselreiche. Land in Sicht - Entdeckungen“ präsentieren die Ruhrfestspiele bis zum 15. Juni viele Bühnenstoffe großer Insulaner, wie etwa der Iren Samuel Beckett oder James Joyce. In Luc Bondys Inszenierung von Marivaux“ „Falschen Vertraulichkeiten“ wird in Recklinghausen auch die Schauspielerin Isabelle Huppert zu sehen sein.
Die Ruhrfestspiele haben eine lange Tradition. Sie gehen darauf zurück, dass Bergarbeiter aus Recklinghausen im ersten Nachkriegswinter Hamburger Theater mit Kohle versorgten - nicht ganz legal an den Besatzungsmächten vorbei. Zum Dank kamen im Sommer darauf Theaterleute aus Hamburg mit einem Programm ins Ruhrgebiet.
