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Jahnhalle Sichtlich Spaß in der selbst gefundenen Nische

Claus Hock

Nordenham - Das Keyboard setzt zart ein, Schatten bewegen sich auf der Bühne. Das Licht, erst gedimmt, wird nur langsam heller, bis es zugleich mit dem einsetzenden Schlagzeug förmlich explodiert. Crystal Breed eröffnen ihr Konzert in der Jahnhalle mit dem epischen Stück „Barrier of Ignorance“ und setzen gleichzeitig gekonnt die Linie für das Konzert fest: episch, melodiös, hart.

Knapp 50 Zuhörer

Die knapp 50 Zuhörer, die sich am Sonnabend im Kulturzentrum einfanden, wurden aber zunächst von den Madheads. einer Nordenhamer Band, auf den Auftritt der Prog-Rocker von Crystal Breed vorbereitet. Lisa Schlesies-Janssen (Gesang), Steffen Flüchter (Gitarre), Fabian Becker (Gitarre), Dennis Strelkov (Bass) und Rico Wilhelms (Schlagzeug) boten gut interpretierte Cover-Songs von Avril Lavigne über Blink 182 und Jet bis hin zu Wheatus. Knapp 45 Minuten dauerte der Auftritt der Lokalmatadoren, die Ende des Jahres ihre erste EP veröffentlichen wollen.

Nach dem College- und Skate-Punk der Madheads war der Prog-Rock von Crystal Breed ein Kontrastprogramm allererster Güte. Niklas Tur-mann (Gesang, Gitarre), Corvin Bahn (Gesang, Keyboard), Thorsten Harnitz (Schlagzeug) und Michael Schugardt (Bass) haben in ihrer kurzen Bandgeschichte ihre eigene Rock-Nische gefunden und empfinden sichtlich Spaß an ihrer Musik.

Die Arrangements sind vielfältig und verstrickt, ohne den Zuhörer zu überfordern. Die Erfahrung der Musiker spiegelt sich in jeder Note wider. Turmann und Bahn, die beide aus Butjadingen stammen, spielten schon bei „Peter Panka’s Jane“, „Fair Warning“ und „Gamma Ray“.

Die vier Musiker bedienen sich in ihren Liedern sowohl beim Prog-Rock als auch beim Metal und sind sich auch nicht zu schade, eher poppige Elemente einfließen zu lassen. Regelmäßig werden Erinnerungen an Queen, Pink Floyd oder Dream Theatre wach. In den durchschnittlich mehr als sechs Minuten langen Liedern wechseln sich melodische Parts mit harten Riffs ab, und alle Instrumente dürfen mal dominieren. So kommt „The Place Unknown“, das Titel-Lied des Debüt-Albums, daher, als wäre es direkt aus den 1970ern: meist dominierende Gitarre, schneller Rhythmus und melodiöser, teilweise fast choraler Gesang.

Wie die Beatles

„Move“ erinnert hingegen eher an die Beatles auf einem Prog-Rock-Trip. Auch plötzliche Taktwechsel, die scheinbar brutal das Stück auseinanderbrechen, fügen sich letztendlich doch perfekt in die Gesamtkomposition ein.

Tanzstimmung wollte aber nicht so richtig aufkommen. Vor allem bei Crystal Breed schien sich das Publikum lieber auf die vielschichtigen Melodien, die plötzlich wechselnden Rhythmen, kurz den Gesamteindruck zu konzentrieren. Der Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch.

Vor allem Niklas Turmann betonte mehrmals, wie viel Spaß ihm dieser Auftritt mache, und der Applaus nach jedem Stück gab ihm dieses Kompliment postwendend zurück. Heimlicher Star des Auftritts war übrigens die selbststimmende Gitarre Turmanns. „Ich muss aber noch selbst spielen“, meinte der Frontmann grinsend.

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