Hannover - Ein T-Shirt für 1,50 Euro, Jeanshosen für 5 Euro, Ledertaschen unter 20 Euro. „Alles Chemie. Da riecht man doch schon im Laden, wo das herkommt“, sagt Janine aus Hannover. Gemeinsam mit Julia, Anna-Lena, Nane-Anna und Samira hat die 27-Jährige „Trailer Trash“ gegründet, einen mobilen Laden für lokale Modedesigner. Bei einer Präsentation und anschließender Party am Freitagabend im Podbi Park Hannover soll das Projekt vorgestellt werden.

Die Gruppe hatte sich beim Studium an der Hochschule Hannover kennengelernt, aus Janines Masterarbeit wurde schnell ein Projekt, das die Fünf „ihr Baby“ nennen: In einem umgebauten Wohnwagen bieten sie wechselnde Kollektionen an, die bei jungen Menschen mehr Interesse an qualitativ hochwertiger Kleidung wecken soll - weg von der preisgünstigen Massenware.

Denn die nachhaltige Mode hat ein Imageproblem: „Viele denken, es sieht nicht gut aus“, sagt Anna-Lena. Zu sehr hafte noch der Stempel „öko“ an Klamotten, die nachhaltig hergestellt werden. Die fünf jungen Frauen von „Trailer Trash“ wollen das Gegenteil beweisen. „Wir drucken unsere T-Shirts zum Beispiel selbst“, sagt Anna-Lena. Die Shirts dafür besorgen sie in Dänemark. „Wir wollen sie aber bald aus dem Harz bekommen, wenn das klappt.“ Schlichte weiße T-Shirts mit ihrem Logo kosten 30 Euro.

Im Angebot haben „Trailer Trash“ auch Stücke, die „upgecycelt“ werden. Alte Kleidung soll damit recycelt und gleichzeitig noch aufgewertet werden. So kann aus dem Lieblings-T-Shirt aus der Kindheit noch eine Tasche mit Aufdruck werden.

„Wir sehen ganz hartnäckige Vorurteile gegenüber der nachhaltigen Mode“, sagt Kirsten Brodde, Textilexpertin bei Greenpeace. „Und das, obwohl auch Jugendlichen die ökologischen und ethischen Probleme der Textilindustrie bekannt sind.“ In einer Studie hatte Greenpeace Anfang des Jahres deutschlandweit Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren befragt: „Über 80 Prozent wissen, dass in der Kleidung sehr viel Chemie ist“, sagt Brodde. Häufig fehle es an Alternativen, die ebenso schnell und einfach zu kaufen seien, wie in einer Modekette in der Fußgängerzone.

Auch die Designerinnen von „Trailer Trash“ kennen das Problem: „Die Leute nehmen es gerne an, wenn es einfach zu haben ist“, sagt Nane-Anna. Mit ihrem mobilen Laden hätten sie zumindest dieses Hindernis aber schon ausgeschaltet, scherzt die Gruppe. Um ihr Projekt bekannter zu machen, plant „Trailer Trash“ im kommenden Sommer eine Tour über deutsche Festivals. Später soll der Online-Shop noch ausgebaut werden. Einige der Modelabels, die in dem modischen Wohnwagen angeboten werden, können bereits im Internet oder direkt bei den Designern gekauft werden. Einen Abstecher mit dem Mode-Mobil zur Berliner Fashionweek haben die Fünf bereits hinter sich.