Apen/Augustfehn - Ihre Wege trennen sich – zumindest für die nächsten zwei Jahre. Vorher wollen sie es aber noch einmal so richtig krachen lassen. Am Sonnabend, 11. Januar, tritt „Bandhaus“ zum vorerst letzten Mal öffentlich auf. Die Aper Gruppe gibt eine Art Abschiedskonzert in der Augustfehner Brasserie „Piano“. Um 22 Uhr geht es los, der Eintritt ist frei.
Die Spaß am Musikmachen ist dem Quintett nicht abhanden gekommen. „Dass wir jetzt erst einmal aufhören, hat berufliche Gründe“, sagt Steffen Kunst. Er ist Gitarrist bei „Bandhaus“. Ende Januar beginnt er eine zweijährige Pilotenausbildung bei Air Berlin in Essen. Sängerin Fenja Eilers ist staatlich anerkannte Physiotherapeutin, Schlagzeuger Kevin Lührs arbeitet als Maler und Bassist Alexander Falk als Lagerist. André Wessels, der zweite Gitarrist, studiert Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwirtschaft.
„Die Zeit ist einfach nicht mehr da, Auftritte vorzubereiten und regelmäßig zu proben“, so Steffen. Der 21-Jährige und seine Kollegen – alle Anfang zwanzig – trafen sich bisher einmal die Woche. Produktiv waren diese Zusammenkünfte. „Wir haben zusammen unsere Songs geschrieben. Bei uns sitzt nicht einer allein zu Hause, schreibt was, das ihm am Herzen liegt, und der Rest darf das dann mitspielen“, erzählt Steffen. „Wir machen die Stücke gemeinsam. Jeder aus der Band soll sich mit ihnen identifizieren können.“
Los ging es vor knapp drei Jahren – damals noch zu viert. Fenja, Kevin, Alexander und Steffen coverten Lieder. Das Repertoire war groß; es fing bei Lena Meyer-Landrut an und hörte bei „Lynyrd Skynyrd“ auf. Doch einfach nur Bekanntes nachspielen, das reichte „Bandhaus“ nicht. So entstand der Titel „Spiegelei“. Inzwischen sind noch weitere Songs mit deutschen Texten und André Wessels dazugekommen.
„Wir haben einiges ausprobiert. Wir haben auch Balladen geschrieben und Pop-Nummern. Aber hauptsächlich machen wir schnelle Rockmusik. Vor drei Jahren haben wir noch von Punkrock gesprochen, aber so hart ist es dann doch nicht“, sagt Steffen. Inzwischen gebe es genug Material für ein Album, doch die Zeit reiche nicht, um es in einem Tonstudio aufzunehmen. Immerhin: Einer der Songs wurde unlängst mit professioneller Unterstützung produziert. Auch ein Video dazu ist entstanden. Und sollte je eine komplette CD erscheinen – der Name steht schon fest: „Opa Skeller“. Ein Wortspiel der Fünfer-Combo, denn sie probte zuletzt im Keller von Kevins Opa in Apen.
Dort wurde auch das Konzert, das am Sonnabend stattfindet, vorbereitet. Im „Piano“ schließt sich sozusagen der Kreis. Einer der ersten öffentlichen Auftritte von „Bandhaus“ fand dort statt. Der vorerst letzte Gig soll als musikalischer Dank verstanden werden. „Der gilt wirklich allen, die uns unterstützt haben“, sagt Steffen. Ein Band-Ende sei nicht besiegelt. „Wir sagen ,auf Wiedersehen‘. Wir können uns vorstellen, nach der Pause weiterzumachen.“
