Lemwerder - Anne Hilker hat die katastrophalen Zustände mit eigenen Augen gesehen. Die Lemwerderanerin war bereits im afrikanischen Togo, im Dorf Hiheatro, und hat sich selbst ein Bild davon gemacht, wie die Einwohner, insbesondere die Kinder, täglich ums Überleben kämpfen. Solche Bilder bleiben haften.
Anne Hilker singt mit im Chor „Kekeli“ (das bedeutet in der Sprache Ewe, die in Togo am meisten gesprochen wird, „Licht“). Der Chor aus Pennigbüttel im Landkreis Osterholz-Scharmbeck wurde 2005 gegründet und hat eine Vorliebe für afrikanische Lieder.
„Wir sind vor einigen Jahren durch Yawa Schwingel, die bei uns mitsingt, auf das Dorf Hiheatro aufmerksam gemacht worden“, erzählt Anne Hilker. Yawa Schwingel stammt von dort. Immer wieder habe die lebenslustige Frau von ihrem Dorf erzählt – und den Problemen. „Wir haben uns deshalb überlegt, wie wir helfen können“, berichtet Hilker.
Ein glücklicher Zufall kam den hilfsbereiten Frauen zugute: Frederic Befefe, der Bruder von Yawa Schwingel, ist Pfarrer in Togos Hauptstadt Lomé. So gab es von Anfang an einen Verantwortlichen vor Ort, der garantieren konnte, dass Spenden ohne unnötige Kosten wie Gebühren, Diebstähle oder Zölle im Dorf Hiheatro ankamen.
„Wir haben dann angefangen, mit unseren Spendengeldern, die zu hundert Prozent in diese Projekte fließen, vor Ort Handwerker zu suchen, die in unserem Auftrag arbeiten“, erzä hlt Anne Hilker. So konnten die musikbegeisterten Frauen gleich doppelt helfen: Der Schreiner des Ortes, der bisher 80 Schulbänke angefertigt hat, hat dadurch Arbeit (eine Bank kostet 20 Euro) und die Kinder haben eine Sitzgelegenheit im Unterricht.
Da die Kinder in Togo nur mit einer Schuluniform am Unterricht teilnehmen dürfen, wurden mit Hilfe der Spendengelder aus Deutschland bisher auch schon 120 Uniformen vor Ort gefertigt. Außerdem wurden die Schulkinder mit Unterrichtsmaterialien jeglicher Art versorgt.
Darüber hinaus wurden mit den Geldspenden kleine, durch die Sonne aufladbare Lampen für die derzeit rund 120 Schulkinder angeschafft. „In den Dörfern in Togo gibt es keine Elektrizität“, erklärt Anne Hilker.
Damit nicht genug: Weil es eine Schulgeldpflicht gibt, viele Eltern das Geld aber nicht aufbringen können, hat der Chor mit Hilfe der eingenommenen Spenden die Zahlung des Schulgeldes übernommen. „Weiterhin unterstützen wir eine Notfallkrankenstation mit Material zur Erstversorgung“, führt Anne Hilker weiter aus.
Sie dankt den vielen Spendern; insbesondere aber dem Team des Eine-Welt-Ladens in Lemwerder, das unermüdlich die „Werbetrommel“ für die Hilfe für Kinder in Togo rührt und immer wieder zu Aktionen einlädt, um Spendengelder einzunehmen. Häufig ist dabei auch „Kekeli“ zu Gast, unterhält mit mitreißenden afrikanischen Rhythmen und stellt die verschiedenen Hilfsprojekte vor.
Nun sind die 14 Frauen jeden Alters, aus unterschiedlichen Berufsgruppen und mit großer Freude am Singen, erneut in Lemwerder zu Gast. Am Samstag, 12. November, treten sie mit Liedern, gesungen in afrikanischen Dialekten, in der Kapelle am Deich, Kapellenweg, auf. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei – aber um eine Spende für die Kinder in Togo wird auch diesmal gebeten.
