Oldenburg - Konkurrenz beflügelt zu Höchstleistung: Das bewies der Wettbewerb zum Oldenburger Koch des Jahres auf dem Schlossplatz am Sonntag. Elf Köche aus führenden Restaurants der Region traten gegeneinander an und lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Kochen. So mancher von ihnen hatte nur wenig geschlafen. Das lag nicht so sehr an der Aufregung, sondern daran, dass die Nächte beim dritten Oldenburger Kochfestival kurz waren. „Wir sind immer froh, wenn wir im Bett sind, bevor es hell wird“, sagte TV-Piratenkoch Stefan Marquard, der auf der Bühne den Ton angibt.

Er hatte den Warenkorb für den Wettbewerb zusammengestellt mit u.a. Schweinefilet, Backpflaumen, Limetten, Artischocken, Kartoffeln, Parmesan und Auberginen. Erst in letzter Minute verriet er, dass auch noch geräucherte Forellenfilets einbezogen werden müssen.

Mehr als 50 NWZ -Leserinnen und Leser hatten sich um den Jury-Platz beworben und Kerstin Busch hatte ihn gewonnen. „Ich freue mich riesig, hier heute dabei zu sein“, sagte sie am Jurytisch zu Sternekoch David Mottl (Restaurant Marco Polo im Columbia-Hotel, Wilhelmshaven), Bernd Höne (Restaurant Margaux, Cloppenburg) und Oldenburg-Winzer Rolf Oetter.

Bewertet wurden Geschmack (max. 5 Punkte), Optik (max. 3 Punkte) und Kreativität (max. 2 Punkte). David Mottl, der u.a. bei Heinz Winkler (Residenz, Aschau) und in New York (Lutèce) gekocht hat, sparte schon in der ersten Runde nicht mit Lob, als die Teller serviert wurden. Es gefielen Parmesansegel, filigran aufgeschnittenes mit Backpflaume gefülltes Filet und auch die zu einer Farce cremig aufgeschlagene, geräucherte Forelle. „Schließlich haben alle nur 45 Minuten Zeit, das ist schon meisterhaft, was wir hier heute gegessen haben.“

Und ebenfalls eine positive Einschätzung für die Kollegen gab es von Bernd Höne: „Das ist Spitzenküche!“ Er hat lange in Hamburg gearbeitet, kennt Steffen Henssler gut.

NWZ -Leserin Kerstin Busch, die gern Fleisch isst, kam auf ihre Kosten bei elf Mal Schweinefilet. In vier Runden traten die Köche an. Damit die Jury aber nicht wusste, wer welchen Teller zubereitet hatte, wurden die Portionen mit Buchstaben gekennzeichnet.

Bei der Bewertung wurde es knapp. Aber das gefüllte Schweinefilet, in dem Limette und Parmesan die Süße der Backpflaume reduzierten und das er auf Auberginenpüree bettete, brachte Cord-Henning Pieper (Hotel Altera) den Titel „Oldenburger Koch des Jahres“. Zumal er alles noch mit Räucherforellenschäumchen krönte. Nach Jochen Thoss (2008) und Bassam Faour (2011) ist er nun der dritte, der diesen Titel trägt.