SILLENSTEDE - SILLENSTEDE - Ein historisches Kleinod in der St.-Florians-Kirche zu Sillenstede ist neben zahlreichen anderen Dingen insbesondere der romanische Taufstein. Er ist um das Jahr 1250 in einer Werkstatt in Münster aus Sandstein geschaffen worden. Der Stein zählt zu den ältesten und wertvollsten Taufsteinen im Land Oldenburg.

Der Stein ist ein beeindruckendes Beispiel romanischer Steinmetzkunst. Fachleute vermuten, dass er seinerzeit von Meistern aus Brabant geschaffen wurde. In den herausgearbeiteten Reliefs erscheinen vor der mit Quadraten und einbeschriebenen Vierpässen ornamentierten Wand die Heiligen Drei Könige in höfischer Gemessenheit mit ihren Gaben, Maria mit dem Jesuskind, die Taufe im Jordan mit Johannes, die Kreuzigung und Christus in der Vorhölle. Im oberen Teil des Taufsteins lief ursprünglich eine Inschrift, die am unteren Rand fortgesetzt wurde.

In einem alten Inventarium ist nachzulesen: „Taufstein 1584 restaurieren lassen in Jever. Eilhard Röver, der Pastor! Tjark Popken und Tidke Harms Baubeauftragte, Dude Kleen, der Vogt.“

Über dem Taufstein befand sich ursprünglich ein hölzerner Deckel, der mit schönem Schnitzwerk versehen auf drei Säulen stand. Diese Abdeckung wird nach einer Inschrift auf das Jahr 1645 datiert. Eine Inschrift sagt aus: „Johann Focken, der Vogt von Sillenstede und Rat in Jever hat der Gemeinde diesen Deckel geschenkt“.

Über 300 Jahre hat sich der Deckel auf dem Taufstein befunden. Er wurde um 1950 entfernt und auf den Schalldeckel über der Kanzel aufgesetzt. Auf alten Bildern aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist der Taufstein im Chor der Sillensteder Kirche in dieser Form zu sehen. Jetzt wurde er in seine ursprüngliche Form zurückversetzt. Zuvor hatte eine Fachwerkstatt den Taufstein überarbeitet. Seit einigen Tagen befindet er sich wieder an seinem alten Platz. Auch der Schalldeckel der Kanzel hat seine traditionelle Gestaltung zurück.

Pastor Wolfgang Machtemes und die Sillensteder Heimatforscherin Doris Wolken haben sich intensiv um diese Maßnahme bemüht und freuen sich jetzt über ein gelungenes Werk. Die Erhaltung der Sillensteder Kirche in ihrer historischen Gestaltung, auch in solchen Details, liegt ihnen besonders am Herzen.