SILLENSTEDE - So mancher Premierenbesucher im „Sillensteder Hof“ wird mit dem Hauptdarsteller körperlich mitgelitten und die Pause nach dem zweiten Akt herbeigesehnt haben: Endlich vor die Tür und eine rauchen können. Oder am besten gleich zwei.

Frieder Rauch hingegen, mit Gerd Thomßen großartig besetze Hauptfigur des heiteren Dreiakters „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ des Sillensteder Dorftheaters, muss künftig die Finger vom Glimmstängel lassen. Bei einer durchzechten Nacht mit seinem Kumpel (Alfons Birner) hat Kettenraucher Frieder eine frühere Schulfreundin (Hanna Schuster) wiedergetroffen. Und wenn es stimmt, was der Dorftratsch (Gabi Lonkwitz) vermeldet, soll Frieder dabei auch heftigst herumgeknutscht haben.

Um bei seiner Frau Monika (Annelie Büter) Gutwetter zu machen und damit künftige Küsse nicht nach Aschenbecher schmecken, verspricht Frieder ihr hoch und heilig, das Rauchen aufzugeben. Die Familie freut’s: Tochter Lena (Kimberly Lonkwitz) und Freund Volker (Florian Ullrich) sowie die Schwiegereltern (Bärbel Jakob und Fritz Wilts) können endlich durchatmen. Dabei ahnt Frieder noch gar nicht, worauf er sich mit seinem heißen Flirt und der abrupten Rauchentwöhnung eingelassen hat . . .

Die Komödie ist ganz und gar auf den zum Nichtraucherdasein verdonnerten Frieder zugeschnitten, der fortan als hypernervöses Nervenbündel durch das Haus irrt und bald schmerzhaft feststellen muss, dass seine Frau auch seine geheimen Zigarettendepots kennt. Wo Rauch ist, ist auch Feuer? Denkste: Für Kettenraucher Frieder ist der Ofen wirklich aus, sogar Feuerzeuge und Streichhölzer sind verschwunden.

Die Komödie geht unter Regie von Martina Minkner flott über die Bühne, und natürlich ist Frieder nicht der einzige, der Suchtprobleme hat: Die zuckerkranke Oma ist verrückt nach Schokolade, Tratschmaul Gerda ist „voll auf Kuchen“, Monika hat einen ausgeprägten Schuhtick und alle trinken gern mal einen über den Durst. Dorftheater und Drogenproblematik? Nun, ganz so doll sozialkritisch wird es dann doch nicht.

Welche Folgen Frieders Fremdknutschen hat und ob der arme Kerl doch noch irgendwo eine Zigarette findet, können Theaterfreunde bei noch fünf weiteren Vorstellungen im „Sillensteder Hof“ erleben: Die nächste Aufführung folgt bereits an diesem Mittwoch, 25. März, um 20 Uhr. Der Vorhang öffnet sich außerdem am 27. März sowie 3. und 4. April um 20 Uhr. Die Nachmittagsvorstellung mit Teetafel gibt es am Sonntag, 29. März, ab 16 Uhr.

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