Jever - Am frühen Morgen, dichter Nebel und Dunkelheit umschlingt die kleinen Häuser und Gassen Hooksiels, begehrt eine Gruppe durstiger Gesellen Einlass in eines der unbeleuchteten Häuser. Schnell sind die Männer durch die Tür, ein erstes Bier fließt aus dem Zapfhahn.
„Damals war es in vielen Gaststätten üblich, für die Fischer, die am frühen Morgen heimkehrten, einen Schlüssel bereitzulegen. Dann wurde bis zum Nachmittag getrunken“, erklärt Thomas Wolff das Szenario. Der 59-Jährige arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Inhaber der Gaststätte „Forsthaus Upjever“, Heinrich Lenz, ebenfalls 59 Jahre alt, an einem besonderen Projekt. „Das Jeverland Kochbuch“, so der Titel, soll Rezepte, Geschichten und Anekdoten aus der Region umfassen.
Dabei gibt es in der Zusammenarbeit ein klare Rollenaufteilung. „Jeder macht das, was er kann“, sagt Lenz.
Das, worauf sich Lenz versteht, ist vor allem das Kochen. Und so ist es seine Aufgabe, Rezepte aus der Region zu sammeln und für das Buch anschaulich aufzubereiten.
Wolff, langjähriger Leiter der Redaktion des NWZ -Jeverland-Boten, versteht sich vor allem auf das Schreiben. Darum ist es seine Aufgabe, Geschichten, so wie die eingangs erzählte, zu sammeln und für das Buch zusammenzustellen.
150 Rezepte und 25 bis 30 Geschichten auf 250 Seiten soll das Buch umfassen. Dabei hoffen beide nun auf die Unterstützung der Jeverländer. Gesucht werden Geschichten, alte Bilder und Fotos – ganz gleich ob anekdotisch, landschaftlich, kulturell oder historisch. „Wichtig ist der Bezug zur Region“, so Thomas Wolff. Gleiches gelte natürlich für die Rezepte.
Moorwarfer Beefsteak, Steckrübensalat, Wildgerichte und natürlich Grünkohl – einige der lokalen Klassiker stehen als Teil des Buches bereits fest. „Es wird auch einige Gastbeiträge geben“, wie Thomas Wulff ankündigt.
So wird etwa Museumsleiterin Dr. Antje Sander über das Jeversche Schloss schreiben. Auch die Brauerei, der Upjeversche Forst – und natürlich Fräulein Maria werden den Lesern begegnen.
In gewisser Weise wird sich das Buch also auch als eine Art Touristenführer eignen. Die Veröffentlichung ist für das Jahresende angedacht, ein zweites Buch bereits in Planung. „Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass wir nicht alles hineinbekommen werden“, sagt Thomas Wolff.
