Berne - 27 Berner haben sich am Dienstagabend in der „Machbar“ in der Langen Straße 39 getroffen, um sich darüber auszutauschen, wie sie den bereits in der Gemeinde wohnenden und den noch angekündigten Flüchtlingen helfen können. Viele Ideen sind entwickelt worden, sie sollen nun schrittweise umgesetzt werden.

Damit sich die Helfer untereinander vernetzen und schnell austauschen können, soll als erstes eine Seite im Internet eingerichtet werden. Sie wird auch den Zugezogenen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten.

Um die Menschen in der Gemeinde auch optisch willkommen zu heißen, sollen an den Ortseingängen große Schilder aufgestellt werden – mit Grüßen in mehreren Sprachen. Und ein Informationsblatt soll erstellt und im Ort verteilt werden, auf dem die wichtigsten Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten für Flüchtlinge aufgelistet sind.

Sandra Bohlken von der Kreativwerkstatt „Machbar“ hatte spontan zu diesem Treffen eingeladen, weil sie in den vergangenen Tagen von mehreren Bürgern angesprochen worden war, wie man denn helfen könne. Am Dienstag trafen sich Vertreter der Lebensmittelausgabe „Radieschen“, der Kirchengemeinde, der Berner Runde, aber auch mehrere Einzelpersonen, die sich engagieren wollen.

Sprachkurse für und regelmäßige Treffen mit Flüchtlingen gibt es bereits; was darüber hinaus sinnvoll sein könnte, war unter anderem ein Thema des Abends.

Eine schon recht konkrete Idee ist eine Fahrradwerkstatt voraussichtlich nach den Herbstferien. Hier sollen alte Fahrräder so aufgearbeitet werden, dass sie wieder funktionstüchtig sind. Fahrräder sind für Flüchtlinge wichtig, um größere Distanzen überwinden zu können. Angedacht ist, dass alle, die Lust haben, sich zum gemeinsamen Reparieren zusammenfinden – und dabei natürlich auch das eigene Fahrrad aufarbeiten können.

Konkret Hilfe braucht auch das „Radieschen“: Angesichts des steigenden Bedarfs suchen die fleißigen Helferinnen weitere Aushilfskräfte und Ausfahrer. Auch Lebensmittelspenden (Grundnahrungsmittel) sowie Geldspenden sind willkommen (Infos unter t  0421/25730).

Weitere Ideen sind unter anderen ein Aktionstag in einer Bücherei, ein Theaterworkshop, eine „Open Session“ für alle Musikbegeisterten, die Schaffung eines Netzwerkes von Menschen, die neben Deutsch eine oder mehrere Fremdsprachen sprechen oder die Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge.

Die Gruppe hat sich verabredet, am Dienstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, in der „Machbar" erneut zusammenzukommen, um zu besprechen, was bereits geschehen ist und an welchen Ideen weiter gearbeitet wird. Wer sich ebenfalls beteiligen möchte, kann sich an Sandra Bohlken unter t  01573/8237621 wenden. Die „Machbar“ ist dienstags ab 19.30 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

In Berne leben nach Auskunft von Dr. Verena Delius (Berner Runde) derzeit 45 Flüchtlinge, die in jüngster Zeit hierher gekommen sind. Weitere 40 werden bis zum Jahresende erwartet (die NWZ  berichtete).

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement