Howiek - Die Brauchtumsscheune bei der Howieker Wassermühle hat eine stattliche Größe, doch am Mittwochabend reichte die Länge für die Tischreihe gerade noch aus: So viele Frauen wie noch nie waren der Einladung zum „Alma-Rogge-Tag“ gefolgt, der seit nunmehr 20 Jahren seinen festen Platz im Veranstaltungskalender des Heimatvereins Ocholt hat.

Für diesen runden Geburtstag hatte das Organisationsteam mit Frauke Rosendahl, Irmtraud Lojowsky, Traute Emmel und Gisela Schnittker ein besonderes Programm vorbereitet.

Bei der Begrüßung erinnerte Frauke Rosendahl zunächst an die Heimatdichterin Alma-Rogge, die am 24. Juli 1894 geboren wurde. Unter den Gästen waren auch vier Frauen aus der Wesermarsch, der Heimat von Alma Rogge.

Bei kalten Getränken und Schnittchen ließ Irmtraud Lojowsky die 20 Jahre noch einmal lebendig werden. Anlass war, dass sich die Männer des Heimatvereins schon viele Jahre anlässlich des Todestages von Hermann Löns jährlich am 26. September trafen und Frauen an diesem Abend keinen Zutritt hatten. „Marta Rosendahl und ich haben auf Anraten von Annemarie Ruthenberg nach einer Alternative für Frauen gesucht und sind auf den Geburtstag von Alma Rogge gekommen.“ Von der Idee bis zum ersten Alma-Rogge-Tag am 24. Juli 1993 mit 21 Frauen im Bühnenhaus bei der Wassermühle habe es allerdings noch 13 Jahre gedauert.

Inzwischen trifft sich die Gruppe aus Platzgründen in der Brauchtumsscheune. Fällt der Geburtstag auf ein Wochenende, wird ein Ausflug unternommen, wie nach Groningen, Leer oder zum Backtheater nach Walsrode. Weitere Ideen, die bei den Treffen entstanden sind, wurden umgesetzt, so beispielsweise die eigenen Rezepthefte für Liköre, Salate, Dips, Brotaufstriche, Dessert sowie Kekse.

Die Resonanz auf das jährliche Treffen sei stets gewachsen, freute sich Irmtraud Lojowsky. „Waren es anfangs noch 21 Frauen, so sind jetzt immer rund 50 Frauen anwesend und zu unserem Jubiläum sogar über 60 Anmeldungen.“ Bedingt durch Krankheiten lag die tatsächliche Besucherzahl an Alma Rogges 119. Geburtstag knapp unter 60 Frauen. Unter ihnen sieben Teilnehmerinnen, die schon beim ersten Treffen dabei waren und kaum eine Geburtstagsfeier versäumt haben.

Die Lesung an diesem Abend gestalteten die Oldenburger Autorin Inge Merkentrup und Spieker-Bass Rita Kropp. Während Inge Merkentrup verschiedene Kurzgeschichten aus ihren Büchern „Alltagsironien“ und „Ganz nebenbei“ las, trug Rita Kropp, die das Buch „Alltagsironien“ ins Plattdeutsche übersetzt hat, verschiedene Texte hieraus vor. Dazwischen bot der Abend viel Raum für Klönschnack in gemütlicher Runde.